Österreich gegen schnellen EU-Beitritt der UkraineÖsterreich hat sich gegen einen schnellen Beitritt der Ukraine in die Europäische Union ausgesprochen. Europaministerin Claudia Bauer von der konservativen ÖVP übte dabei auch Kritik an Präsident Wolodymyr Selenskyj. „Der ukrainische Präsident ist meinem Eindruck nach in den letzten Monaten häufiger dadurch aufgefallen, dass er der EU am liebsten ein Beitrittsdatum diktieren möchte“, sagte Bauer der „Welt am Sonntag“. „Ein Turbo-Beitritt auf Antrag - das geht natürlich nicht.“Claudia Bauer, österreichische EuropaministerinMan habe die Pflicht, die Aufnahmefähigkeit der EU sorgfältig zu bedenken, führte sie aus. „Ein Beitritt der Ukraine mit 39 Millionen Menschen und einer komplett anders ausgeprägten Agrarstruktur würde die EU maßgeblich verändern.“ Zudem warnte sie vor einer „Zweiklassen-Gesellschaft“ bei der Aufnahme. „Alle Beitrittskandidaten - auch die Ukraine - müssen dieselben Regeln befolgen und sich einen Beitritt durch Leistung verdienen.“Fabian DrahmouneUkraine: Tote bei russischem Drohnenangriff im Norden des LandesBei einem russischen Drohnenangriff in Sumy im Norden der Ukraine sind Behördenangaben zufolge mindestens zwei Menschen getötet worden. Bei dem Angriff auf ein Postamt seien zwei Männer getötet worden, erklärte der Leiter der Militärverwaltung der Stadt, Serhij Krywoscheenko, am Samstag. Zwei weitere Männer seien zudem leicht verletzt worden.In Saporischschja im Süden der Ukraine wurde ein Mann bei einem „feindlichen Angriff“ verletzt, wie der Leiter der Militärverwaltung, Iwan Fedorow, mitteilte.Hannah Sturm10 Tote in Sumny nach russischem DrohnenangriffBei russischen Drohnenangriffen sind in der nordostukrainischen Stadt Sumy mindestens zwei Männer getötet worden. Drei weitere seien verletzt worden, teilte der geschäftsführende Bürgermeister der Großstadt, Artem Kobsar, bei Telegram mit. Bei den Angriffen seien eine Tankstelle, das Dach eines Mehrfamilienwohnhauses und ein nicht genanntes Infrastrukturobjekt beschädigt worden. Russische Truppen sind etwa 20 Kilometer von Sumy entfernt. Hannah SturmSelenskyj warnt BevölkerungDer ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die ukrainische Bevölkerung vor einem neuen massiven russischen Raketenschlag gewarnt. „Dieser Schlag kann bereits heute stattfinden. Nach vorläufigen Informationen soll er innerhalb der nächsten 48 Stunden erfolgen“, sagte der Staatschef in einer am Abend veröffentlichten Videoansprache. Er forderte die Ukrainer auf, Luftalarme nicht zu ignorieren. Trump und Selenskyj beraten am 28. Juli in WashingtonAm kommenden Dienstag treffen sich US-Präsident Donald Trump und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus. Das kündigte die US-Regierung an. Zuletzt hatten sich Trump und Selenskyj Anfang Juni am Rande des NATO-Gipfels in Ankara getroffen. Ballistische Rakete trifft Rüstungsmesse in KiewBei einem russischen Raketenangriff auf die Region Kiew sind mindestens zehn Menschen getötet und fast 100 weitere Menschen verletzt worden. Der Angriff mit einer ballistischen Rakete traf demnach ein Gelände, auf dem eine Veranstaltung der Rüstungsindustrie stattfand, wie ukrainische Behörden und Branchenvertreter am Freitag mitteilten. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram, ein Rettungseinsatz in der Region Kiew sei im Gange. Er nannte das genaue Ziel des Angriffs nicht, fügte jedoch hinzu, dass Untersuchungen zur Klärung des Vorfalls liefen.Dem kommissarischen Gouverneur der Region Kiew, Ruslan Olijnyk, zufolge traf die Rakete laut ersten Erkenntnissen ein privates Übungsgelände, auf dem Veranstaltungen stattfanden. Der ukrainische Branchenverband Rat der Rüstungsindustrie teilte mit, dass Vertreter der Branche vor Ort gewesen seien. Der Verband sei jedoch nicht der Organisator der Veranstaltung gewesen. Zudem seien Informationen über den genauen Aufenthaltsort der Teilnehmer im Vorhinein nicht veröffentlicht worden. Walerij Borowyk, der Gründer des ukrainischen Drohnenherstellers First Contact, erklärte gegenüber ukrainischen Medien, die Rakete habe ein Übungsgelände getroffen, auf dem eine Rüstungsmesse veranstaltet worden sei. Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko teilte mit, es sei ein Verfahren wegen des Verdachts auf Amtspflichtverletzung bei der Organisation und Ausrichtung der Veranstaltung eingeleitet worden.Ukraine: Russland hat Kriegsgefangenen erschossenUkrainische Behörden werfen Russland vor, einen weiteren Kriegsgefangenen erschossen zu haben. Russische Militärs hätten einen Soldaten der ukrainischen Streitkräfte beim Dorf Jalta im Gebiet Donezk gefangen genommen, teilte die regionale Staatsanwaltschaft mit. Auf Befehl eines Vorgesetzten habe ein russischer Soldat den ukrainischen Armeeangehörigen nach einem Verhör erschossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt demnach wegen des Vorwurfs eines Kriegsverbrechens. Rumänien schießt Drohne in eigenem Luftraum abIn Rumänien hat ein Kampfflugzeug eine in den Luftraum eingedrungene Drohne abgeschossen. „Heute Morgen gegen 11.00 Uhr schoss ein rumänischer Pilot an Bord einer F-16 eine Drohne ab, die in den Luftraum unseres Landes eingedrungen war“, schreibt der rumänische Präsident Nicusor Dan auf der Plattform X. Es ist der jüngste Vorfall in einer ganzen Reihe von Verletzungen des Luftraums des NATO- und EU-Mitglieds. „Das Gebiet war unbewohnt, daher konnte der Pilot ohne Risiko schießen. Derzeit untersuchen Teams der zuständigen Institutionen das Gebiet, um alle Details des Vorfalls zu ermitteln.“ Woher die Drohne stammt, gibt Dan nicht an. Das rumänische Verteidigungsministerium teilt mit, die Drohne sei in der Nähe der Stadt Padina im Kreis Buzau im Osten des Landes abgeschossen worden. Rumänien, das eine 650 Kilometer lange Landgrenze mit der Ukraine teilt, hat seit Beginn der russischen Invasion im Februar 2022 und dem Beginn der Angriffe Moskaus auf ukrainische Häfen jenseits der Donau mehrere Verletzungen seines Luftraums durch russische Drohnen gemeldet.China erlässt Sanktionen gegen Unternehmen aus der EUChina hat wegen Russland-Sanktionen der EU, die chinesische Unternehmen betreffen, Gegenmaßnahmen bekanntgegeben. Das Handelsministerium in Peking verhängte am Freitag Exportbeschränkungen für Lieferungen an 14 EU-Unternehmen, darunter den deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall. Sie dürfen nun keine sogenannten Dual-Use-Güter, die sowohl für zivile als auch militärische Zwecke eingesetzt werden können, mehr aus China importieren. Das Handelsministerium verwies auf „die nationale Sicherheit und die nationalen Interessen“ des Landes. Die Maßnahme sei eine „Reaktion auf böswillige Machenschaften der EU“. Zu den sanktionierten Unternehmen gehört den Angaben zufolge auch der italienische Elektromotorenhersteller Lafert, der tschechische Hersteller von Militärfahrzeugen Tatra Trucks und der niederländische Schiffbauer IHC. Den sanktionierten Unternehmen ist es auch untersagt, chinesische Dual-Use-Güter über Dritte zu beziehen. Die EU hatte am Donnerstag ihr insgesamt 21. Sanktionspaket gegen Russland beschlossen. Darin enthalten sind auch Maßnahmen gegen Unternehmen aus China und Hongkong. Brüssel wirft Peking vor, Russland im Krieg gegen die Ukraine zu unterstützen. Ukraine greift Rüstungsunternehmen in Kirow anDie Ukraine hat nach Angaben ihres Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ein russisches Rüstungsunternehmen in der Oblast Kirow angegriffen. Die Firma liefere Komponenten für Flugzeuge und Raketensysteme, die bei Angriffen auf sein Land eingesetzt würden, teilt Selenskyj auf Telegram mit. Kirow liegt weit im russischen Hinterland. Ach russischen Angaben seien bei dem Angriff sechs Menschen getötet und 26 verletzt worden.Auch eine Ölanlage in fast 1350 Kilometern Entfernung sowie Logistikstandorte in Russland seien beschossen worden, erklärt Selenskyj. „Wichtig ist, dass der Einsatz gegen die russische Logistik, die die Besatzungsarmee mit Drohnenkomponenten, Navigationsgeräten und militärischer Ausrüstung versorgt, weiterhin andauert.“ Bei einem russischen Luftangriff auf die ostukrainische Stadt Slowjansk sind nach Angaben der Behörden fünf Menschen getötet worden. Neun weitere Menschen seien verletzt worden, teilt der Gouverneur der Region Donezk, Wadym Filaschkin, über den Kurzmitteilungsdienst Telegram mit. Zwei Fliegerbomben hätten zehn Privathäuser, ein Unternehmen sowie das Gelände des lettischen Konsulats beschädigt.Russland hat seinerseits nach eigenen Angaben in der Nacht drei ukrainische Häfen beschossen – zwei am Schwarzen Meer und einen an der Donau. Die Streitkräfte hätten mit luftgestützten Raketen und Krampfdrohnen die Häfen von Odessa, Mykolajiw und Ismail angegriffen, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. In Odessa seien Lagertanks mit Treibstoff und Schmierstoffen für die ukrainische Armee getroffen worden, in Ismail Entlade- und Lageranlagen für Militärgüter – darunter auch Seedrohnen. Auch ein Schwimmdock sei in Ismail, dem größten Donau-Hafen der Ukraine, getroffen worden. In Mykolajiw sei ein Frachtschiff beschossen worden, das gerade Militärgüter entladen habe.Drohnenangriff auf Sankt PetersburgBei einem ukrainischen Drohnenangriff auf die Region Sankt Petersburg sind nach Behördenangaben drei Menschen verletzt worden. Ein Lagerhaus des Onlinehändlers Wildberries in der Nähe der Stadt sei in Brand gesetzt worden, erklärte der Gouverneur der Region Leningrad, Alexander Drosdenko, am Freitag im Internet. 59 Drohnen seien abgeschossen worden. Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP sah am Morgen Rauch über der Stadt aufsteigen. Der Flughafen Pulkowo setzte zwischenzeitlich den Betrieb aus und nahm ihn gegen 06.00 Uhr wieder auf. Rund 50 Abflüge waren betroffen. Insgesamt schoss Russland nach eigenen Angaben in der Nacht 571 Drohnen ab. Vanessa AngermannIAEA: „Militäraktivitäten“ stören Wasserversorgung am AKW SaporischschjaNach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) beeinträchtigen „militärische Aktivitäten“ die Wasserversorgung von Teilen des von Russland besetzten Atomkraftwerks Saporischschja. Der Generaldirektor der IAEA, Rafael Grossi, teilt mit, Angriffe in und um die Stadt Enerhodar, in der viele Mitarbeiter des Kraftwerks leben, hätten die örtliche Strominfrastruktur getroffen. Dies habe zu einem Ausfall der Wasserversorgung in der Stadt und auf dem AKW-Gelände geführt. Es gebe jedoch keinen Mangel an Brunnenwasser, das zur Kühlung des Brennstoffs in den Reaktoren benötigt wird. Für die am Atomkraftwerk stationierten IAEA-Beobachter gebe es seit dem 18. Juli nur begrenzten Zugang zu Leitungswasser.Ian LieschBomben verletzen Dutzende in SaporischschjaEin russischer Bombenangriff hat mindestens 25 Verletzte in der südukrainischen Großstadt Saporischschja gefordert. Unter den Opfern seien auch sechs Minderjährige, darunter ein drei Monate altes Baby, schrieb der ukrainische Militärgouverneur der Region, Iwan Fedorow, auf Telegram. Seinen Angaben nach warf das russische Militär fünf Gleitbomben auf die Stadt ab und beschädigte dabei Wohnhäuser und eine private medizinische Einrichtung.Die Region Saporischschja ist eine der vier Regionen, die der Kreml im Herbst 2022 annektiert hat, obwohl er sie bis heute nicht vollständig kontrolliert. Die Stadt Saporischschja ist wegen ihrer Nähe zur Front häufig Ziel russischer Angriffe. Immer wieder kommen dabei auch Zivilisten zu Schaden.Ian LieschViele Verletzte nach russischem Bombenabwurf auf SlowjanskRussische Gleitbomben haben mindestens 14 Menschen in der Stadt Slowjansk im Osten der Ukraine verletzt. Sieben Wohnblocks seien beschädigt worden, schrieb der ukrainische Militärgouverneur der Region Donezk, Wadym Filaschkin, auf Telegram. Demnach schlugen die beiden Gleitbomben in einem Wohnviertel der frontnahen Stadt ein.Der Ballungsraum um Slowjansk und Kramatorsk ist der letzte große Festungsgürtel, den die ukrainischen Truppen in der Region Donezk unter ihrer Kontrolle halten. Russland fordert für die Aufnahme von Friedensverhandlungen den vollständigen Rückzug ukrainischer Truppen aus dem Gebiet Donezk.Ian LieschKurz vor der Sommerpause haben sich die EU-Staaten auf ein weiteres Sanktionspaket gegen Russland geeinigt. Dabei zeigt sich: Immer mehr Staaten geht die Luft aus, um die wirtschaftlichen Kosten der Sanktionen zu tragen. Lesen Sie hier mehr dazu: Mehr ladenTickarooLive Blog Software
Ukraine-Liveticker: Österreich gegen „Turbo-Beitritt auf Antrag“ der Ukraine in die EU | FAZ
Österreich spricht sich gegen einen schnellen Beitritt der Ukraine in die Europäische Union aus +++ Ukraine: Tote bei russischem Drohnenangriff im Norden des Landes +++ alle Neuigkeiten im Liveblog






