In Frankreich und Spanien kämpfen Einsatzkräfte weiterhin mit einem Großaufgebot gegen mehrere große Waldbrände.In Spanien spitzt sich die Lage durch die sich weiter ausbreitenden Feuer zu. Die spanische Tageszeitung El País berichtet, der Waldbrand nahe Madrid sei laut Carlos Novillo, dem regionalen Minister für Umwelt, Landwirtschaft und Inneres nicht mehr zu löschen. „Es ist nicht möglich, das Feuer in diesem Bereich direkt zu bekämpfen; daher werden Verteidigungsmaßnahmen ergriffen“, zitiert die britische BBC Novillo. Ein örtlicher Vertreter sagte der BBC, das Feuer übersteige die „Löschkapazitäten“ der Feuerwehr.Novillo zufolge bewege sich das Feuer auf die Gemeinden Robledo de Chavela und Fresnedillas de la Oliva zu. Beide Orte befinden sich rund 60 Kilometer westlich von der spanischen Hauptstadt. Bewohner beider Gemeinden seien dazu aufgefordert worden, sich in Sicherheit zu bringen. Nach Angaben des Innenministeriums sind insgesamt 63 000 Menschen von der Evakuierungsaufforderung und den Ausgangssperren betroffen.Bereits in der Nacht auf Freitag rief die Regierung den nationalen Notstand aus. Das Innenministerium teilte am Freitag mit, die Entscheidung sei wegen des gleichzeitigen Ausbruchs mehrerer Brände und widriger Wetterbedingungen getroffen worden. Umfangreiche Ressourcen im Kampf gegen die ⁠Flammen müssten jetzt mobilisiert werden. Durch die Ausrufung des Notstands untersteht der Einsatz nun direkt dem Innenminister. Den Behörden zufolge ist dies das erste Mal, dass dieser Schritt wegen eines ‌Waldbrandes ergriffen wurde. Die Regionalregierung von Madrid hatte ‌zuvor um Hilfe gebeten.Defekter Lieferwagen löste wahrscheinlich Brände in Frankreich ausAuch an Frankreichs Atlantikküste wurden wegen der sich weiter unkontrolliert ausdehnenden Waldbrände inzwischen laut Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez rund 110 000 Menschen in Sicherheit gebracht.Die Flammen breiteten sich nun nach Osten in Richtung des Ballungsraums von Bordeaux aus. Die Stadt sei derzeit nicht unmittelbar bedroht. Der Flughafen Bordeaux-Mérignac wurde aber wegen der dichten Rauchentwicklung geschlossen.Das Feuer habe sich laut Nuñez inzwischen auf 14 000 Hektar Fläche ausgedehnt. 80 Gebäude wurden von den Flammen beschädigt, 53 Häuser und ein Campingplatz wurden zerstört. Die Feuerwehr sei mit 1000 Einsatzkräften, neun Löschflugzeugen und zwei Löschhubschraubern im Einsatz, teilte die Präfektur mit. 42 Feuerwehrleute wurden überwiegend leicht verletzt. Die Bevölkerung kam bisher nicht zu Schaden.Seit dem Morgen waren Urlauber und Bewohner von Cap Ferret aus auch mit Schiffen in Sicherheit gebracht und nach Arcachon gebracht worden. Von dort setzte die Bahn zum Weitertransport zusätzliche Züge nach Bordeaux ein. Um bei den Evakuierungen zu helfen, boten die Austernfischer der Region auch ihre Boote an. Die Landwirte unterstützten die Löscharbeiten auf Bitten der Feuerwehr mit der Bereitstellung von 40 Tankwagen.Der Brand nahe Bordeaux hat sich mittlerweile auf 10 000 Hektar ausgedehnt. OLIVIER MORIN/AFPSüdlich von Bordeaux im Bereich des Ortes Biscarrosse hatte ein Lieferwagen auf einer durch einen Wald führenden Landstraße wahrscheinlich wegen eines technischen Defekts Feuer gefangen und die Flammen griffen schnell auf die Natur über.Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bot Frankreich unterdessen Unterstützung an. Die Waldbrände in Frankreich hätten verheerende Auswirkungen und er habe Präsident Emmanuel Macron Mitgefühl ausgesprochen, schrieb der Kanzler in einer französischsprachigen Mitteilung auf der Plattform X. „Wir sind bereit, Frankreich im Rahmen des EU-Katastrophenschutzmechanismus zu helfen. Unsere Gedanken sind bei den Betroffenen und den Einsatzkräften.“