Action statt Akten: Der designierte Unionsfraktionschef Thorsten Frei freut sich darauf, in seinem neuen Amt weniger Zeit mit dem Studium von Unterlagen zu verbringen. »Für mich war Politik immer das Arbeiten mit Menschen und nicht nur am Schreibtisch zu sitzen«, sagte der CDU-Politiker bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Stuttgart.Bislang ist Frei Chef des Bundeskanzleramts und unter anderem für die Koordinierung innerhalb der Regierung zuständig. »Sie haben von morgens bis abends mit Akten zu tun«, sagte Frei über seinen Job. In dieser Position sei er in den vergangenen Monaten nicht dazu gekommen, Dinge zu tun, die er gern mache. Er sei etwa ein leidenschaftlicher Debattenredner. Das habe er seit eineinhalb Jahren nicht mehr machen können. »Deswegen freue ich mich auch, wenn ich denn gewählt werde am kommenden Mittwoch, auf das, was kommt.«

Der geplante Wechsel von Frei an die Fraktionsspitze löste eine größere Kabinettsumbildung aus. Als Nachfolgerin von Frei im Kanzleramt benannte Merz am Freitag die bisherige Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU). Ihren Job soll künftig der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann übernehmen. Merz stellte zudem weitere Veränderungen in der Bundesregierung in Aussicht.Frei spricht von »Pech« bei KabinettsumbauDie Ankündigung der Umbauarbeiten lief allerdings einigermaßen chaotisch ab. Frei führt das auf fehlendes Glück zurück: »Es gibt auch in der Spitzenpolitik das Problem, dass man Pech haben kann«, sagte er in Stuttgart. Frei war bei der Veranstaltung auf die Hängepartie um die Besetzung des Verkehrsministeriums angesprochen worden.