»Ich habe versucht zu entkommen, aber er lag auf mir und stach unaufhörlich auf mich ein«, sagte Rushdie während seiner Zeugenaussage am Donnerstag vor dem US-Bundesbezirksgericht in Buffalo im Bundesstaat New York. Matar hatte bei einer Lesung des weltbekannten Autors im August 2022 mehr als ein Dutzend Mal auf Rushdie eingestochen. »Schon bald lag ich auf der Bühne, umgeben von einer riesigen Blutlache«, sagte Rushdie weiter aus. »Es war ein riesiger, ausgedehnter Blutsee.«Das Messer durchtrennte einen Sehnerv – seitdem ist der Autor auf einem Auge blind und trägt stets eine Brille mit einem abgedunkelten Glas. »Wie Sie sehen können, ist jetzt nichts mehr davon übrig«, sagte Rushdie mit Verweis auf sein Auge, nachdem er von dem Staatsanwalt aufgefordert worden sei, die Brille vor Gericht abzunehmen.Matar wird in dem neuen Verfahren vorgeworfen, auf Anweisung der von Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Libanon gehandelt und durch die Durchsetzung einer Fatwa, eines religiösen Erlasses, einen Terrorakt verübt zu haben. Matar plädierte vor dem Bundesgericht auf nicht schuldig.Rushdie wirkte während seiner gut einstündigen Aussage im Zeugenstand gefasst und verbindlich, schreibt die Nachrichtenagentur AP. Während er aussagte, blickte der 28-jährige Matar auf den Tisch der Verteidigung, stützte gelegentlich das Kinn in die Hand oder wandte sich seinem Anwalt zu. Er sah den Autor nur an, als dieser durch eine Tür hinausging.