Vor jedem der drei Spielsäle prüft ein Ordner jeden Teilnehmer akribisch mit einem Metalldetektor. Gesucht werden versteckte elektronische Geräte wie Smartphones, Mini-Sender oder Computer-Chips mit Schachprogrammen, die die besten Züge verraten könnten. Die Schachspieler warten geduldig, fast wie an einer Sicherheitskontrolle am Flughafen. Hinter der Tür warten jeweils die Bretter für Frauen, Männer, Meisterkandidaten, Senioren und Menschen mit Behinderungen.

Auch die Zuschauer müssen anstehen, es hat sich eine Schlange gebildet. Sie rückt langsam vor. Während man beim Warten noch plaudern darf, beginnt hinter der Eingangstür die absolute Stille. Es öffnet sich eine andere Welt. In der Meisterklasse ist das Teilnehmerfeld kleiner, der Raum wirkt weiter, die Wege zwischen den Brettern länger.

Noch bis zum 26. Juli ist Dresden Zentrum des deutschen Turnierschachs. Der Schachgipfel umfasst 13 Turniere und 27 zu vergebende Titel. Nach Angaben des Deutschen Schachbundes nehmen mehr als 1000 Menschen teil. Gespielt wird im Internationalen Congress Center Dresden, morgens bei den Senioren und in den Kandidatenturnieren, später in den Meisterklassen. An diesem Wochenende kommen mehr als 300 qualifizierte Finalisten der Deutschen Schach-Amateurmeisterschaft hinzu.