Nicht, dass sie bei der Wahl der neuen Eurobanknoten einen Favoriten hätte durchblicken lassen. Da stand die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde, am Donnerstagnachmittag neben zwei transparenten Tafeln, auf denen die neuen Eurobanknoten aufgereiht hingen, und sagte, nun sei es ohnehin an den mehr als 350 Millionen Bürgern der Eurozone. Sie können zwischen dem Motivset „Europäische Kultur“, das auf einem der Scheine die Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner zeigt, oder der Kombination „Flüsse und Vögel“, bei der unter anderem der Basstölpel abgebildet ist, entscheiden.Eisvogel und WeißstorchWelcher darf es sein? Die EZB-Präsidentin Christine Lagarde äußerte sich dazu nicht.dpaWenn das Set der Vögel das Rennen macht, würden auf den Vorderseiten unter anderem der Mauerläufer auf dem Fünf-Euro-Schein zu sehen sein, ebenso wie der Eisvogel (zehn Euro), der Bienenfresser (20 Euro) oder der Weißstorch (50 Euro). Und auf den Rückseiten das EU-Parlament – oder auch die EZB.Die Motive der „Europäischen Kultur“ stechen durch die Konterfeie der Sopranistin Maria Callas (fünf Euro), des Komponisten Ludwig van Beethoven (zehn Euro) oder des Malers Leonardo da Vinci (100 Euro) hervor. Dabei herrscht zwischen den Geschlechtern Parität.Die EZB geht zwar an die Motive ran, nicht aber an die Beschaffenheit des Geldes. Gleich bleiben die Farben der Banknoten und der Baumwollstoff, aus dem die Banknoten gemacht sind. Warum also neue Geldscheine drucken?Mehr FälschungssicherheitDie EZB begründete die Neugestaltung mit dem Lebenszyklus von Banknoten und der Fälschungssicherheit. Schon im Jahr 2021 sei in Frankfurt entschieden worden, die Scheine zu verändern. Seither läuft der vielstufige Prozess, an dessen Ende das neue Geld stehen soll. Es wäre die erste grundlegende Änderung der Euroscheine. Denn 2013 hat die Zentralbank die Noten nur minimalinvasiv verändert.Die Motive der derzeitigen Scheine stammen aus dem Jahr 2002, als der Euro eingeführt wurde. Um keines der zwölf Gründungsländer der frischgeborenen Währungsunion zu benachteiligen, wurden damals weder echte Personen noch Gebäude abgedruckt. Das Europäische Währungsinstitut wollte als Vorläufer der EZB nationale Referenzen vermeiden. Wer in sein Portemonnaie greift, sieht daher: Brücken, Tore und Fenster. In der Realität existieren diese nicht. Das ändert sich bald.Ende 2026 will der EZB-Rat entscheiden, welches Motiv auf die neuen Geldscheine kommt. Doch vor ungefähr 2030 sei mit den neuen Geldnoten nicht zu rechnen, sagte Banknoten-Direktorin Doris Schneeberger. Bis die Noten in Umlauf kämen, könnten noch einige Jahre vergehen. Und auch einen „Big-Bang-Tag“ werde es nicht geben. Vielmehr wolle die Zentralbank die neuen Scheine Stück für Stück auf den Markt bringen. Die alten Noten bleiben freilich gültig.Die Abstimmung der EZB finden Sie hier. Alle vorgeschlagenen Entwürfe der EZB haben wir Ihnen auch in Bildgalerien zusammengestellt.12 Bilder Neues DesignEuroscheine Entwurf A12 Bilder Neues DesignEuroscheine Entwurf B12 Bilder Neues DesignEuroscheine Entwurf C12 Bilder Neues DesignEuroscheine Entwurf D12 Bilder Neues DesignEuroscheine Entwurf E12 Bilder Neues DesignEuroscheine Entwurf F12 Bilder Neues DesignEuroscheine Entwurf G12 Bilder Neues DesignEuroscheine Entwurf H12 Bilder Neues DesignEuroscheine Entwurf I12 Bilder Neues DesignEuroscheine Entwurf J
Hier sehen Sie alle Designs für den neuen Euro: Welches ist ihr Favorit?
Der EZB-Rat lässt die Bürger der Eurozone neue Motive für die Euroscheine wählen. Die Notenbank verspricht sich mehr Fälschungssicherheit. Bis die Scheine gedruckt werden, dauert es allerdings noch.












