PfadnavigationHomeRegionalesHamburgPride Week"Wir stehen an der Seite derer, deren Würde infrage gestellt wird“Stand: 12:22 UhrLesedauer: 3 MinutenDie Parade zum Christopher Street Day (CSD) in Hamburg im Jahr 2019Quelle: Markus Scholz/dpaZur Pride Week in Hamburg zeigt die Evangelische Kirche starke Präsenz. Man werde ein Zeichen für Menschenwürde, queere Sichtbarkeit und Haltung gegen Diskriminierung setzen, sagte die Präses der Nordkirchen-Landessynode, Anja Fährmann.Die evangelische Kirche ist während der Pride Week in Hamburg mit einem vielfältigen Programm präsent. Bei einem Auftaktgottesdienst in der Hl. Dreieinigkeitskirche in St. Georg-Borgfelde werde am Sonntag um 18 Uhr die Präses der Nordkirchen-Landessynode, Anja Fährmann, ein Zeichen für Menschenwürde, queere Sichtbarkeit und Haltung gegen Diskriminierung setzen, teilte die Nordkirche am Freitag mit. Der ökumenische Gottesdienst stehe unter dem Motto „Solidarisch queer. Haltung zeigen - für eine Zukunft ohne Angst!“. Die Pride Week in Hamburg läuft von Sonnabend bis zum 2. August.Fährmann würdigte im Vorwege des Gottesdienstes den sogenannten Pride Prayer als wichtigen Ort kirchlicher Solidarität: „Als Kirche stehen wir an der Seite derer, deren Würde infrage gestellt wird.“ Queere Menschen erführen noch immer Ausgrenzung und Gewalt. „Unser Auftrag ist es, sichtbar zu machen: Gott ist für alle Menschen da – ohne Angst, ohne Ausnahme, ohne Bedingungen.“ Der Pride Prayer wird gemeinsam gestaltet von der Kirchengemeinde St. Georg Borgfelde, der queeren Seelsorge „Positiv Leben und Lieben“, der katholischen Pfarrei St. Ansgar und der Metropolitan Community Church.Truck beim Christopher Street DayDie evangelische Kirche bezieht während der Pride Week klar Stellung für Vielfalt, Menschenwürde und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Unter dem biblisch inspirierten Motto „Fürchte dich nicht. L(i)ebe frei und sichtbar“ zeige sie mit einem eigenen Truck bei der Demonstration zum Hamburger Christopher Street Day (CSD) am 1. August Flagge, wie die Hamburger Kirchenkreise Ost und West/Südholstein zuvor mitteilten. Zusätzlich zum Truck mit rund 140 Menschen an Bord werde vor der Hauptkirche St. Petri ein Segenszelt stehen. Außerdem gebe es am 31. Juli um 17 Uhr in der Hauptkirche St. Nikolai das CSD-Orgelkonzert „Glitter and Be Gay“.Den Abschluss bilde am 2. August um 11 Uhr ein CSD-Gottesdienst unter dem Titel „Der Angst die Macht nehmen“ in der St. Pauli Kirche. Anders als die bunte und laute Parade am Vortag soll der Gottesdienst Raum für Besinnung schaffen. „Die Parade ist noch in unseren Ohren“, sagte Pastor Sieghard Wilm. Danach beginne für viele aber wieder der Alltag. Genau an dieser Schwelle möchte der Gottesdienst Menschen stärken und ihnen das Gefühl geben, nicht allein zu sein.Stärkung für den AlltagWilm erlebe derzeit in der Seelsorge, dass viele queere Menschen wieder verunsichert sind. „Ich habe viele Gespräche, in denen ich erschrocken bin, dass Menschen tatsächlich Angst haben - und zwar zunehmend Angst haben“, sagte er. Ein schwules Paar habe ihm erzählt, es wolle lieber jetzt heiraten, aus Sorge, dass sich das gesellschaftliche Klima wieder ändern könnte. „Wir müssen unsere Freiheitserklärung wirklich ganz deutlich sprechen“, sagte Wilm.Im Anschluss lädt die Gemeinde gemeinsam mit der Evangelischen Stiftung Alsterdorf zu einem Kiezfrühstück ein. Wilm sieht den Gottesdienst deshalb nicht nur als kirchlichen Beitrag zum CSD, sondern als Zeichen für eine offene Gesellschaft. Es brauche sowohl die lauten Stimmen auf der Straße als auch die leisen Orte des Zuhörens.epd