Das elektrisch angetriebene Auto kommt im Alltag an. Die Zuwachsraten in der Zulassungsstatistik weisen nach oben, der Anteil pendelt derzeit so um 25 Prozent. Das ist nicht genug für die politisch gesetzten Ziele, auch nicht in der Dynamik auf End- und Zwischenetappen hin, aber doch eine solide Entwicklung. Mehr und mehr Menschen verlieren die Scheu, und wenn es in das Leben passt, warum nicht?Weil, so ist das wahrscheinlich mit einer jungen Technik, bisweilen schier unglaubliche Dinge geschehen. Der elektrische Volvo rollt mit zehn Prozent Akkustand an den Schnelllader. Restreichweite 44 Kilometer. Also ausgereizt, wie auf Fernfahrt empfohlen. Etwa zwanzig Minuten soll die Pause dauern. Ankabeln, klack, klick, klack, Meldung im Bildschirm: Ladefehler. Nächster Stecker, gleiche Meldung. Umparken, der nächste Schnelllader ist zum Glück nicht weit. Anstecken, selbe Meldung: Ladefehler. Die Fernfahrt ist dahin.Verzweifelte Suche im StadtgebietSuche nach einer normalen Ladesäule im Stadtgebiet, der Akkuvorrat geht zur Neige, mahnende Meldung im Bildschirm: Laden Sie in Kürze auf. Die erste Säule des örtlichen Versorgers Süwag ist „außer Betrieb“. Die zweite Säule von Mainova ist „bereit“, liest aber die Ladekarte nicht. Die dritte Säule belegt, die unmittelbar nebenan defekt, womöglich ist der öffentliche Raum doch nicht so zukunftssicher versorgt, wie wir dachten. Die vierte Säule funktioniert, liefert Strom mit elf kW, das Auto meldet: vollgeladen um 0.35 Uhr. Wegen Spontanladung die kWh zu 68 Cent.Anruf bei Volvo, zerknirschte Diagnose: Am ersten Schnelllader gab es ein Kommunikationsproblem zwischen Auto und Säule. Den Fehler speichert der Bordcomputer und verweigert fortan die Annahme weiterer Energie, bis des Nachts im mehrstündigen Tiefschlaf ein automatisches Reset durchgeführt wird.Nein, wir haben nichts gegen das Elektroauto. Aber ja, unsere zart wachsende Zuneigung hat gerade einen Rückschlag erlitten.