Die Europäische Union hat am Donnerstag angesichts des anhaltenden russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ein neues Sanktionspaket verabschiedet. Auf der Liste stehen unter anderem Maßnahmen gegen 48 Einzelpersonen, in diesen Fällen sollen etwa Vermögenswerte eingefroren sowie Reise- und Transaktionsverbote verhängt werden. Eine dieser 48 Personen: der Russe Arkadi Dworkowitsch, Präsident des Weltschachverbands Fide.
Dworkowitsch hatte in der Vergangenheit erklärt, er werde, sollte er auf der EU-Sanktionsliste landen, zurücktreten. Nun teilt er mit, er halte den EU-Beschluss für »rechtswidrig und ungerecht« und werde ihn mit allen möglichen Mitteln anfechten. Bis zu einer Gerichtsentscheidung könne aber die Funktionsweise des Schachweltverbands behindert werden. Deswegen habe er beschlossen, mit sofortiger Wirkung »die Ausübung meiner Befugnisse und Pflichten als Fide-Präsident auszusetzen«. Das gelte, solange er den EU-Sanktionen unterliege.
Der bisherige Vizepräsident Viswanathan Anand, ehemaliger Weltmeister, hat bereits erklärt, dass er nun wie vorgesehen als Interimspräsident der Fide übernehme.Kurz vor der Veröffentlichung der EU-Sanktionen hatte das Fachportal chess.com bereits über eine interne Nachricht von Dworkowitsch berichtet. Demnach habe er Mitarbeitern geschrieben, dass dies sein »letzter Tag« als Fide-Präsident sein könne. Auf eine SPIEGEL-Anfrage zu der Nachricht hat der Weltverband Fide bislang nicht reagiert.













