Der Münchner Versicherungsriese Allianz verstärkt im zweiten Anlauf sein Geschäft in Singapur. Die Allianz übernimmt die dortige Lebens- und Krankenversicherungs-Tochter der britisch-asiatischen Bank HSBC, HSBC Life Singapore, für insgesamt 2,9 Milliarden Singapur-Dollar (2,0 Milliarden Euro), wie beide Seiten am Freitag mitteilten.
Teil der Vereinbarung ist eine auf 15 Jahre angelegte Vertriebspartnerschaft, mit der die Bank künftig auch in Singapur Allianz-Policen verkauft. HSBC hatte die Tochter zum Verkauf gestellt. Die Allianz setzte sich Medienberichten zufolge in einem Bieterverfahren unter anderem gegen die japanischen Versicherer Daiichi Life und Sumitomo durch.Expansion in AsienVorstandschef Oliver Bäte (61) hat sich den Ausbau des Geschäfts in Asien – und besonders in Singapur – auf die Fahne geschrieben. „Singapur ist das Zentrum unserer Aktivitäten im asiatisch-pazifischen Raum und ein zentraler Baustein in unserer globalen Wachstumsstrategie“, sagte Bäte.
Ende 2024 war die Allianz wegen politischer Widerstände an der 1,15 Milliarden Euro schweren Übernahme der singapurischen Income Insurance gescheitert. Die Regierung des Stadtstaats hatte den Deal blockiert, aus Sorge, dass Income Insurance unter dem neuen Eigentümer das Ziel aufgeben würde, erschwingliche Versicherungen für Geringverdiener anzubieten.Die Allianz will alle Mitarbeiter von HSBC Life Singapore übernehmen. Die nötigen Genehmigungen sollen bis Anfang 2027 vorliegen. HSBC Life Singapore erzielte im vergangenen Jahr einen Gewinn von umgerechnet 80 Millionen Euro. Für die Allianz soll sich die Übernahme mittelfristig mit einer zweistelligen Rendite auszahlen. „HSBC Life Singapore hat ein schnell wachsendes Geschäft aufgebaut, das das Vertrauen seiner Kunden und Partner hat“, sagte die Chefin von Allianz Asia Pacific, Anusha Thavarajah.










