Cloud-Wachstum zieht an: SAP-Chef Christian Klein

SAP sieht Licht am Ende des Tunnels: Der in den kommenden 12 Monaten zu erwartende Umsatz mit den Abo-Verträgen legte bis Ende Juni im Jahresvergleich um 27 Prozent auf 22,9 Milliarden Euro zu, wie die Walldorfer am Donnerstagabend nach US-Börsenschluss mitteilten. Das war auch ein schnelleres Wachstum als im ersten Quartal. Die Aktie zog am Freitag kräftig an und notierte zuletzt rund 5 Prozent im Plus.

Das Tempo der Nachfrage ließ bei den Anlegern nämlich verschmerzen, dass sich das operative Ergebnis im Quartal schwächer entwickelte als gedacht und SAP-Chef Christian Klein in dem Bereich wegen zweier Zukäufe auch die Jahresprognose senkte. Die in New York gehandelten Aktien-Hinterlegungsscheine von SAP hatten nachbörslich bereits zugelegt, die Hauptnotierung der Aktie in Frankfurt gewann am Morgen 5,7 Prozent.

Für Anaylst Charles Brennan von der US-Investmentbank Jefferies war die Entwicklung des Vertragsbestands das klare Highlight der Resultate. Damit trotze SAP der Vorsicht von Investoren. Er habe zwar geschätzt, dass der Dax-Konzern die Markterwartungen schlagen könnte, aber nicht in diesem Ausmaß. Selbst die schwach ausgefallene operative Marge dürfte im Umfeld aktuell sehr vorsichtiger Anleger angesichts des Schwungs bei den Aufträgen nicht negativ ins Gewicht fallen. Toby Ogg von JPMorgan hingegen sprach von einer negativen Überraschung bei der Margenentwicklung. Die Jahresprognose des operativen Ergebnisses hänge nun von einer Beschleunigung in der zweiten Jahreshälfte ab.