Vorneweg, ob Gloria-Sophie Burkandt tatsächlich was mit Ex-Google-CEO Eric Emerson Schmidt hatte, das klärt sich nicht in dieser Sendung. All die Schlagzeilen über sie und den 43 Jahre älteren Milliardär – wieder keine Auflösung. Dafür erfahren die Zuschauer der Serie „Born famous“, bei der sich Promi-Kinder mit ihrer Herkunft auseinandersetzen, dass Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gerne mal zahlreiche Enkel haben möchte. Wie viele? „Da ist der Güte Gottes keine Grenze gesetzt.“Aber so weit ist es noch nicht.In der zweiten Folge der – laut Fernsehprogramm – „Promikindersoap“ zeigt sich Söder als Papa und fragt seine Tochter, wie es denn um einen Freund bestellt sei, ob es da einen gebe. „Ne“, sagt sie, „braucht es auch im Moment nicht.“ Mehr nicht, über ihr Privatleben mag sie in der Sendung nichts erzählen. Nur, dass ihr „die Medien“ zu neugierig seien.Söder selbst hält sein Privatleben üblicherweise ebenfalls privat, mit seinen drei jüngeren Kindern aus der Ehe mit Karin Baumüller-Söder tritt er nicht öffentlich auf. Die älteste Tochter Gloria-Sophie Burkandt sucht als Model hingegen selbst die Öffentlichkeit. Söder hat nun zumindest ein bisschen mitgespielt und sich für die Sendung zu einigen Terminen begleiten lassen.Zur Beziehungsfrage erklärt Burkandt, dass sich ihr Vater einen Mann für sie wünsche, „der mir Sicherheit gibt, der Stabilität gibt, zuverlässig ist, der aber auch witzig ist und cool.“ Und im Endeffekt, so sage er immer, heirate man doch einen Mann wie den eigenen Vater. Einen also wie, na, siehe oben. Und ja, bestätigt die 27-Jährige, immer mehr fände sie so einen gut. So von der Art her. Das darf wohl als Kompliment für den Papa verstanden werden.An der Art, an der öffentlichen zumindest, arbeitet der CSU-Chef gerade. Er isst nicht mehr, nachdem der Misserfolg bei den bayerischen Kommunalwahlen im März parteiintern auch dem übermäßigen öffentlichen Genuss des Parteichefs von Döner und Bratwürsten zugeschrieben wurde. Die Dreharbeiten für diese Serie fanden offensichtlich davor statt, davon zeugt auch Söders Bart, der nach den Wahlen ebenfalls der neuen Seriositäts-Offensive zum Opfer fiel.Weil also noch vor laufender Kamera gegessen wurde, treffen sich Vater und Tochter in einem bayerischen Wirtshaus in München. „Das ganze Jahr muss sie ja so vegan, modelmäßig leben und bei mir gibt’s halt immer was Gscheits zum Essen“, gibt Söder zu Protokoll, wie er seine Vorliebe für deftige Speisen früher eben betont hat. Sie bestellt folgerichtig Schweinsbraten, er eine halbe Schweinshaxe. Beides verzehren sie genüsslich und es ist zu erfahren, dass der CSU-Chef seine älteste Tochter, das Model, Kloßria nennt. „Weil ich Kartoffelklöße liebe“, erklärt die 27-Jährige.Das ist nicht selbstverständlich, Burkandt spricht in der Sendung auch über ihre Magersucht, die sie schon vor einiger Zeit öffentlich machte. Wegen ihrer Größe und weil sie etwas kräftiger war, sei sie in der Schule gemobbt worden. So sehr, dass sie sich zum Schutz vor Schlägen Schienbeinschoner gekauft habe. „Die Demütigungen, was meine Seele durchgemacht hat, ist vom Allerfeinsten“, sagt sie.In der Schule habe es oft Momente gegeben, „wo nicht klar war, wie das ausgeht“, sagt Söder. „Die Gloria hat keinen einfachen Weg hinter sich.“Ich war so dumm in der Zeit, dass ich nichts gegessen habe.Gloria-Sophie Burkandt über sich selbstDie Magersucht; so stolz sei Gloria gewesen, dass sie so dünn gewesen sei, erzählt Zieh-Großmutter Inge. „Ich war so dumm in der Zeit, dass ich nichts gegessen habe“, sagt Burkandt selbst. Darunter hätten auch ihre Eltern und ihre Zieh-Großeltern, bei denen sie weitgehend aufgewachsen sei, weil ihre Mutter alleinerziehend und berufstätig war, sehr gelitten.Wofür nun all die Selbstanalyse? Burkandt wolle nicht immer nur „die Tochter von“ sein, nicht immer nur „Daddys kleines Girl“, sondern „als Gloria-Sophie wahrgenommen werden und als Individuum“, erklärt sie. Das ist freilich ein bisschen paradox in einer Sendung, in die sie nur wegen des berühmten Vaters kommen konnte.Das Verhältnis von Tochter zu Vater scheint indes nicht gänzlich unkompliziert zu sein.Ein „Frage-Verhör-Spiel“ seien die Treffen mit ihrem Vater, sagt Burkandt und so wirkt es auch bei diesem „Lunch“. Es geht nicht nur um eventuelle Beziehungen der Tochter, sondern auch um deren Karrierepläne, die sich um Modeljobs und öffentliche Auftritte drehen.„Was Festes wär mir lieber“, sagt Söder und zieht die Augenbrauen hoch, als Burkandt erzählt, dass sie ihre Doktorarbeit auf Eis gelegt habe. „Mach’ was Solides, verdien’ ordentlich Geld“, rät er. Burkandt wiederum hätte gerne mehr Zeit mit dem viel beschäftigten Vater verbracht. Stattdessen vereinbart sie Treffen mit seinem Assistenten: „Er hat jemand an der Seite, der seine Termine koordiniert, mit dem stimm’ ich mich dann ab, wo Papa ist.“ Unkompliziert klingt anders.„Wenn du so einen Vater hast, dann bist du es gewohnt, dass du nicht Mittelpunkt bist“, sagt sie in der ersten Folge, als er sie übersieht beim Münchner Oktoberfest. Man meint, etwas Bitteres herauszuhören. Ein böses Wort verliert die junge Frau nicht über den Vater. Sie sei ein „Papa-Kind“ und er ein großes Vorbild. Und irgendwann werde er ihren Weg verstehen. Es bleiben ja noch zwei Folgen.
TV-Doku "Born famous": Söders Tochter spricht über Mobbing und Magersucht
Gloria-Sophie Burkandt will nicht nur die Tochter von Markus Söder sein. Der ideale Mann scheint ihrem Vater aber sehr zu ähneln.












