Nach einem Legionellen-Fund in einem Seniorenwohnhaus in Berlin-Tegel sind mehrere Bewohner erkrankt, zwei von ihnen starben. Ob die Erkrankungen und Todesfälle tatsächlich auf das belastete Wasser in dem Gebäude zurückzuführen sind, wird noch untersucht.
Doch was sind Legionellen überhaupt? Wie gelangen sie in die Wasserleitungen? Und können sie auch in Wohnungen, Schulen oder Kitas zum Problem werden? Andreas Ruhnau steht Rede und Antwort. Der Sachverständige aus Berlin beschäftigt sich seit rund 20 Jahren mit Trinkwasserhygiene.
Legionellen im Trinkwasser: So entstehen die Bakterien
„Legionellen sind Umweltkeime, ihr primäres Reservoir ist das Süßwasser“, erklärt Ruhnau auf Anfrage. Die Bakterien kämen grundsätzlich auch in der Natur vor. Gefährlich werden sie vor allem dann, wenn sie sich unter günstigen Bedingungen in Wasseranlagen vermehren können.
„Ideale Bedingungen für ihre Vermehrung finden Legionellen bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad“, sagt Ruhnau. Die optimale Temperatur liege bei rund 37 Grad. In kaltem Wasser können die Bakterien zwar vorkommen, unterhalb von etwa 20 Grad vermehren sie sich jedoch kaum. Oberhalb von 60 Grad sterben sie vergleichsweise schnell ab.











