Startseite

Politik

Deutschland

Verteidigung: Klimaanlage kaputt? Hormus-Einsatz für Minenjagdboot „Fulda“ vorerst beendet Deutschland wollte sich an einem Einsatz zur Sicherung der freien Seefahrt in der Straße von Hormus beteiligen. Nun werden die entsandten Schiffe vorerst zurückgezogen. Ist es ihnen zu heiß?

Minenjagdboot „Fulda“: Das Schiff hatte im Mai seinen Heimathafen Kiel in Richtung Straße von Hormus verlassen. Foto: Marcus Golejewski/dpaDüsseldorf, Berlin. Die Bundeswehr zieht das für einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus in Dschibuti stationierte Minenjagdboot „Fulda“ zunächst ins östliche Mittelmeer zurück. Dies teilte das Verteidigungsministerium in Berlin am Donnerstag mit.Da eine zeitnahe Mission angesichts der „volatilen politischen Lage“ zwischen den Kriegsgegnern USA und Iran derzeit unwahrscheinlich sei, mache es keinen Sinn, die militärischen Kräfte in der Region weiter vorzuhalten, hieß es aus dem von Boris Pistorius (SPD) geführten Ressort.Interessant ist aber ein weiterer Aspekt in der vom Verteidigungsministerium genannten Begründung für den vorübergehenden Abzug. Denn dieser erfolge auch, um eine „vermeidbare Belastung der technischen Systeme“ zu umgehen. Dabei könnte es sich um den Fakt handeln, dass die Ende der 1990er-Jahre in Dienst gestellte „Fulda“ für Einsätze in den eher kühleren Gefilden der Ost- und Nordsee konzipiert ist, nicht aber für die Temperaturen in tropischen Breitengrade.Wie das Handelsblatt erfuhr, soll es unter den Besatzungsmitgliedern zuletzt Unmut über nicht funktionierende Klimaanlagen an Bord gegeben haben. Deshalb habe die Besatzung teilweise an Deck geschlafen, um der tropischen Hitze in Dschibuti zu entfliehen. Nach kritischen Nachfragen sei eine Kontaktsperre verhängt worden, hieß es weiter.Irankrieg Hormus-Mission rückt näher – Schlüsselrolle für Deutschland? Die Bundesregierung hatte immer die Bereitschaft erklärt, dass sich die Bundeswehr nach einem Waffenstillstand oder Friedensschluss zwischen den USA und dem Iran an einer internationalen Mission zur Sicherung der freien Schifffahrt in der vom Iran blockierten Straße von Hormus beteiligen könnte.Die Marine hatte die „Fulda“ im Mai auf die weite Reise geschicktDie Marine hatte deshalb die „Fulda“ im Mai auf die Reise zunächst ins östliche Mittelmeer und danach nach Dschibuti am Horn von Afrika geschickt, um sich dort für einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus bereitzuhalten. Begleitet wurde die „Fulda“ dafür vom Einsatzgruppenversorger „Mosel“, der dafür eigens aus einem Nato-Einsatz abgezogen wurde.Doch nun sollen die Schiffe zunächst zurück ins östliche Mittelmeer. „Wir halten unsere Kräfte in einer Verlegebereitschaft und werden Sie wieder in das Operationsgebiet verlegen, sobald belastbare Indikatoren für einen zeitnahen Missionsbeginn vorliegen“, teilte das Bundesverteidigungsministerium mit.Selbst wenn es zu einem Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran kommen sollte, wären für einen Bundeswehreinsatz zur Minenräumung in der Straße von Hormus noch diverse Bedingungen zu erfüllen. Die Verlegung der „Fulda“ und der „Mosel“ nach Dschibuti war noch durch das Bundestagsmandat für die EU-Mission „Atalanta“ gedeckt. Der im Jahr 2008 ins Leben gerufene Einsatz richtet sich vorwiegend gegen Piraterie am Horn von Afrika.Seefahrt Schiffsversicherer verbieten Reedern Mautzahlungen an den Iran Verwandte Themen IranBoris PistoriusSchifffahrtWährend laut EU-Mandat für „Atalanta“ auch ein Einsatz in der Straße von Hormus möglich ist, hatte der deutsche Bundestag in seinem Mandat für die Mission dieses Operationsgebiet explizit ausgeschlossen. Wollte die Deutsche Marine also Minen in der Straße von Hormus räumen, wäre dazu ein neues Mandat des Parlaments in Berlin erforderlich.Bundesverteidigungsminister Pistorius hatte diese Woche bei Truppenbesuchen in Deutschland noch einmal deutlich gemacht, dass er im Augenblick die Bedingungen für einen Bundeswehreinsatz nicht erfüllt sehe. Weder gebe es die Aussicht auf einen belastbaren Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran noch ein Mandat des Bundestags für eine Mission der deutschen Streitkräfte.Man werde deshalb die „Fulda“ und die „Mosel“ in einer „Verlegebereitschaft“ halten und sie „wieder in das Operationsgebiet verlegen, sobald belastbare Indikatoren für einen zeitnahen Missionsbeginn vorliegen“, teilte das Verteidigungsministerium mit. Bis dahin werde man die Zeit im östlichen Mittelmeer für Trainingsmöglichkeiten mit internationalen Partnern nutzen. Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt