Werner Herzogs neuer Film »Bucking Fastard« gehört zu den 20 Wettbewerbsbeiträgen, die in Venedig um den Goldenen Löwen konkurrieren. Das gab Festivaldirektor Alberto Barbera bekannt. Der Film erzählt von Zwillingsschwestern, die alles miteinander teilen, und ist von der Lebensgeschichte der Zwillinge Freda und Greta Chaplin inspiriert. Sie werden von den Schwestern Kate und Rooney Mara verkörpert. »Herzog hat uns schon immer bizarre, skurrile und ungewöhnliche Figuren anvertraut«, sagte Barbera. »Das gilt auch für die Protagonisten dieses Films.«Mit Hirokazu Kore-eda und Lee Chang-dong werden außerdem zwei der größten Namen des asiatischen Kinos am Lido vertreten sein. Acht Jahre nach seinem großen Kritikererfolg »Burning« wird vor allem Chang-dongs Melodrama »Possible Love« mit Spannung erwartet. Zu den weiteren prominenten Namen im Wettbewerb zählt der neue Film von Oscarpreisträger Martin McDonagh, »Wild Horse Nine«. Besetzt mit John Malkovich, Sam Rockwell, Steve Buscemi und Tom Waits, handelt die schwarze Komödie von CIA-Agenten auf einer Mission. Auch McDonaghs Filme »Three Billboards Outside Ebbing, Missouri« und »The Banshees of Inisherin« liefen in Venedig.Um den Hauptpreis Goldener Löwe konkurriert auch »Primetime« von Lance Oppenheim mit Robert Pattinson in der Hauptrolle. Das Werk erzählt vom US-Moderator Chris Hansen, der eine Show hatte, bei der mit verdeckter Kamera Sexualstraftäter überführt wurden. Ebenso ist »Bunker« von Florian Zeller dabei. An der Seite von Penélope Cruz und Javier Bardem sind Paul Dano, Stephen Graham und Patrick Schwarzenegger zu sehen. Bardem verkörpert einen Architekten, der einen moralisch fragwürdigen Auftrag von einem Techmilliardär annimmt: Er baut ihm einen Bunker. Das lässt seine Ehefrau (Cruz) an der Beziehung zweifeln.Überhaupt muss das Festival mit dokumentarischen Arbeiten ausgleichen, was der Spielfilmbereich diesmal fast ganz vermissen lässt: die Arbeiten von Regisseurinnen. Mit der Dänin May El-Toukhy ist nur eine Frau im Wettbewerb vertreten. In der neu geschaffenen Sektion »Venice Open Non Fiction« laufen dagegen neue Filme von Laura Poitras und Julia Loktev. Poitras, die für »All the Beauty and the Bloodshed« 2022 den Goldenen Löwen gewann, zeigt eine Doku über die politische Lage in Minneapolis während der Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE. Loktev setzt ihre herausragende Serie über die Arbeit dissidenter Journalistinnen in Russland mit »My Undesirable Friends Part II – Exile« fort.