Menschen versammeln sich noch am Nachmittag am Tatort

Ein schwarzer Mann wurde am Mittwoch von einem Polizisten in den USA auf offener Straße erschossen, als es während ​des Versuchs der Festnahme zu einem Handgemenge kam. Nach Angaben der Polizei wurde der Beamte, der geschossen hat, mit einem Messer verletzt, das der Mann während des Gerangels gezückt haben soll. Videoaufnahmen, die den tödlichen Polizeieinsatz in der Stadt Madison (Bundesstaat Wisconsin) aus mehreren Perspektiven zeigen, verbreiteten sich rasch und lösten Proteste aus.

Der Polizeichef von Madison, John Patterson, kündigte auf einer Pressekonferenz eine unabhängige Untersuchung an und bat die Öffentlichkeit darum, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Er habe zwei online zirkulierende Videoclips geprüft, aber es gebe weiteres Material, das noch nicht von vielen gesehen worden sei. Auf die Frage, ob er die Schießerei als offensichtlichen Fall von unverhältnismäßiger Gewaltanwendung einstufen würde, antwortete Patterson: »Das kann ich nicht beurteilen.«

Protestierende am Abend in Madison

In den USA kommt es immer ​wieder zu Fällen schwerer Polizeigewalt, die sich oft gegen Schwarze richtet und die in der Vergangenheit teils große Proteste ausgelöst hat.Drei Schüsse aus nächster NäheNach Angaben des Polizeichefs reagierten die ⁠Beamten auf einen Notruf, mit dem ⁠eine Person gemeldet wurde, die sich mutmaßlich an geparkten Fahrzeugen zu schaffen machte. Als die Polizei den Mann ausfindig gemacht habe, sei dieser auf einem Fahrrad geflohen. Die Polizisten hätten ihn etwa 30 Minuten später eingeholt, und es sei zu einem Handgemenge gekommen, nachdem der Mann »entweder vom Fahrrad gefallen war oder von den Beamten ‌vom Fahrrad gezogen wurde«, so der Polizeichef.