Sicherheitsminister Ben-Gvir betet mit über 1.000 Gläubigen auf dem Tempelberg in Jerusalem – trotz Verbot. Es ist nicht die erste Provokation dieser Art.

Den Mus­li­m:in­nen heilig und heiß umkämpft: der Felsendom in Jerusalem. Blick vom Ölberg auf die Altstadt, 23. Juli 2026

Miro Maman/reuters

Am Donnerstag begehen religiöse Jü­d:in­nen Tisha B’Av, den jährlichen Fastentag. Es ist ein Tag der Trauer, der an die Zerstörung der jüdischen Tempel in der Geschichte erinnert; Bars, Restaurants und Freizeiteinrichtungen bleiben geschlossen. Und jedes Jahr aufs Neue versuchen Gruppen von ultraorthodoxen Siedler:innen, auf den Tempelberg zu gelangen, um dort zu beten.

Das ist allerdings verboten. Unter dem sogenannten Status quo, ein Abkommen nach dem Ende des Sechstagekriegs 1967, dürfen nur muslimische Gläubige auf dem im von Israel annektierten Ostjerusalem gelegenen Tempelberg beten. Jü­d:in­nen dürfen die heilige Stätte, auf der sich seit Jahrhunderten der Felsendom mit seinem berühmten goldfarbenen Kuppeldach und die Al-Aksa-Moschee befinden, nur besuchen. Jüdische Andachten sind indes an der Klagemauer erlaubt.