„Iss was dir schmeckt“ appelliert eine Kampagne von Fleischindustrie und Bauernverband. Sie lenke ab von Problemen der Tierhaltung, sagen Kritiker.

„Iss, was dem Planeten schadet, das würde als Slogan besser passen“, sagt der Tierschutzbund – ein typischer Grill in Deutschland

Ulrich Roth/imago

Die Grünen, die Ernährungsbewegung Slow Food und der Deutsche Tierschutzbund kritisieren die Pro-Fleisch-Kampagne „Iss was dir schmeckt“. „Die Kampagne der ‚Initiative Fleisch‘ ist eine perfide Täuschung“, sagte der taz Zoe Mayer, tierschutzpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen. Den Ver­brau­che­r*in­nen werde durch Begriffe wie „Vielfalt“ und „Respekt“ Neutralität vorgegaukelt. „In Wirklichkeit promotet sie hauptsächlich Fleischkonsum ohne Nachdenken über die Folgen für Umwelt und Tiere.“ Plakate und Werbespots verschweigen, dass hinter ihnen der Verband der Fleischwirtschaft und der Deutsche Bauernverband stünden, so die Abgeordnete aus Karlsruhe.

Zweck der Initiative Fleisch GmbH ist laut deren Gründungsvertrag die „Imageverbesserung von Fleisch“. Beide Branchenverbände halten demnach jeweils die Hälfte des Stammkapitals. Der aktuelle Spot auf der Internetseite der Kampagne stellt die Auswahl von Lebensmitteln ausschließlich als Frage des Geschmacks dar. Man solle nicht andere von der eigenen Meinung überzeugen, sagt die Sprecherin im Off. Vielmehr gehe es darum, „zu akzeptieren, dass jeder von uns anders ist – und ja, auch was anderes isst“. Im Bild sind neben einigen Nudeln oder Maiskolben vor allem Mettigel, Steak und Kotelett zu sehen.