Berlin ist deutsche Single-Hauptstadt. Lange hielt sich dieses Vorurteil hartnäckiger als das Berliner Flughafenprojekt mit den drei Buchstaben in den Schlagzeilen. Das Dating-Leben in der Stadt sei zu oberflächlich, zu flüchtig, zu unverbindlich. Folglich erschien es nur logisch, dass hier die meisten Alleinstehenden leben. Doch das scheint nun – zumindest auf den ersten Blick – widerlegt. In einem aktuellen Ranking zu Einpersonenhaushalten in deutschen Städten landet Berlin bloß auf Platz 17.
Zwei ostdeutsche Städte unter den Top 3
Während der Anteil der Einpersonenhaushalte laut dem „Single-Index Deutschland 2026“ des Portals erotik.com in der Bundeshauptstadt bei exakt 50 Prozent liegt, belegt Saarbrücken mit 58,8 Prozent den ersten Platz. Gleich dahinter folgen jedoch zwei ostdeutsche Städte: Leipzig (57,5 Prozent) und Rostock (56,2 Prozent).Unter den weiteren Top-10-Platzierungen finden sich Trier, Hannover, Aachen und Braunschweig sowie Dresden und Frankfurt am Main. Dicht gefolgt wird Berlin auf seinem 17. Platz übrigens von München und der Karnevalshochburg Köln.
Wie die Psychologin Borbola Rozsnyik erklärt, ist die Entscheidung, alleine zu wohnen, heute allerdings kein Ausdruck von Einsamkeit, sondern von Selbstbestimmung: „Die Zahlen zeigen, dass sich unsere Lebensmodelle verändern: Liebe und Partnerschaft werden bewusster gelebt, während das klassische Zusammenziehen längst nicht mehr für alle der nächste logische Schritt ist“, schlussfolgert die Expertin. Nähe entstehe durch emotionale Verbundenheit, nicht allein durch gemeinsame Adressen.







