Timon Gremmels und Alexander Lorz sind nicht zu beneiden. Der Wissenschaftsminister von der SPD und sein für Finanzen zuständiger CDU-Kollege müssen in diesen von Sparzwängen geprägten Zeiten die beiden hessischen Unikliniken fit für die Zukunft machen. In Gießen und Marburg einerseits und in Frankfurt andererseits muss das Land in den nächsten Jahren viele Millionen Euro investieren. Die zentrale Frage lautet: Woher soll das Geld kommen? Die Voraussetzungen könnten dabei an den beiden Standorten unterschiedlicher kaum sein.Das Uniklinikum Frankfurt macht fortlaufend hohe Verluste. Damit ist das Haus zwar in guter Gesellschaft. Denn bis auf eine Ausnahme schreibt keine deutsche Einrichtung dieser Art schwarze Zahlen, und das schon gar nicht regelmäßig. Das macht es aus Sicht des Landes aber nicht besser. Nicht von Ungefähr hat es als Eigentümer eine namhafte Unternehmensberatung ins Uniklinikum am Main geholt. Demgegenüber erwirtschaftet das im Vergleich zu Frankfurt größere mittelhessische Uniklinikum seit Jahren schon Gewinne. Dieses Geld braucht das privatisierte Unternehmen auch. Denn es muss fortlaufend die vom Mehrheitseigentümer Rhön-Klinikum gewährten Kredite für Investitionen in Neubauten abstottern.Das Land wiederum hatte sich nach der Privatisierung 2006 weitestgehend aus der Finanzierung zurückgezogen. Die Folge war ein Investitionsstau in dreistelliger Millionenhöhe. Denn die Eigenmittel des Uniklinikums reichen für weitere Großbauvorhaben und neue Medizintechnik nicht aus. Deshalb hat das kurz UKGM genannte Uniklinikum vor gut drei Jahren den Zukunftsvertrag mit dem Land abgeschlossen. 850 Millionen Euro sieht die Übereinkunft bis 2033 vor, wobei das UKGM ein Drittel selbst tragen muss. Längst ist klar: Dieses Geld wird schon wegen der Inflation nicht ausreichen. Zudem soll das Uniklinikum sich für den Kriegsfall wappnen und auch unter der Erde etwa für Operationen geeignete Räume vorhalten. Allein dies verlangt weitere Mittel.Aber nicht nur deshalb muss der Zukunftsvertrag weiterentwickelt werden. Es müssen im Sinne der Entbürokratisierung neue Mittel und Wege gefunden werden, Investitionen zu beschleunigen. Und zwar im Sinne von Forschung und Lehre und der Patienten.