Während die Gesamtkriminalität im Berliner Nahverkehr sinkt, steigt die Zahl der Sexualdelikte seit Jahren – 2025 um 8,5 Prozent auf 421 Fälle. Fast 90 Prozent der Opfer sind weiblich, fast alle Tatverdächtigen männlich. Die Grünen fordern deshalb Flinta-Abteile in U- und S-Bahn, „mindestens als Pilotprojekt“, wie es die verkehrspolitische Sprecherin Antje Kapek formuliert: „Jeden Tag wird im Schnitt mindestens eine Frau Opfer sexualisierter Gewalt in Bus und Bahn.“

Doch was sagen die, die es angeht – Frauen, die täglich mit Bus und Bahn durch Berlin fahren? Eine Umfrage an den Gleisen der U5, U8 und U2 am Alexanderplatz zeigt, dass die Meinungen weit auseinandergehen.

Frauenwaggons in Berlin: „Ich würde ihn auf jeden Fall nutzen“

Veronika Cuadra, 25, studiert BWL in Berlin und ist auf dem Weg zum Pilates-Training. Sie erzählt, dass sie sich abends oft unwohl fühle, wenn „komische“ oder „betrunkene“ Leute im Wagen sind: „Als Frau hat man immer ein bisschen mehr Vorsicht“, sagt sie. Von der Idee eines Frauenwaggons ist sie sofort überzeugt: „Ich finde es total cool. Zwischen Frauen fühlt man sich sicherer, das fühlt sich einfach geschützt an.“ Sie würde ihn auf jeden Fall nutzen.

Auf den Einwand, damit müssten letztlich die Frauen sich selbst schützen und einschränken, reagiert sie nachdenklich: „Das finde ich blöd, aber wir leben nun mal in so einer Gesellschaft. Es geht darum, dass ich mich in der Stadt genauso wohlfühlen kann wie ein Mann. Mein Cousin macht sich nie Gedanken bei einem Geräusch. Ich gucke dreimal nach, und mein Herz rast.“