Nach der Verfügung von neuen US-Zöllen auf eine Reihe von Waren aus Kanada hat die kanadische Regierung eine geplante gemeinsame Eröffnungsfeier für eine Brücke zwischen Kanada und den USA abgeblasen. »Angesichts der von den USA Anfang dieser Woche angedrohten Handelsmaßnahmen wäre es unangemessen, eine feierliche Veranstaltung zwischen den beiden Ländern abzuhalten«, erklärte der kanadische Bau- und Infrastrukturminister Gregor Robertson am Dienstag (Ortszeit).

Statt der für Ende Juli geplanten gemeinsamen Eröffnungszeremonie wird Ottawa zufolge »dieser Meilenstein unter Kanadierinnen und Kanadiern gefeiert« werden. Dies solle bei einer eigenen Zeremonie am Freitag geschehen. Die Brücke soll am Montag für den Verkehr freigegeben werden.Die 4,7 Milliarden Dollar (rund vier Milliarden Euro) teure Hängebrücke soll Windsor in der kanadischen Provinz Ontario und Detroit im US-Bundesstaat Michigan verbinden. US-Präsident Donald Trump hatte im Februar gedroht, die Eröffnung der Gordie-Howe-Brücke zu blockieren. Er warf Kanada vor, die USA beim Bau der Brücke unfair behandelt zu haben, und forderte, die Brücke müsse »mindestens« zur Hälfte den USA gehören.

Eigentlich hätte die Brücke Mitte Juni eröffnet werden sollen. Dieser Termin wurde aber kurzfristig verschoben. Anfang Juli wurde dann bekannt gegeben, die Brücke solle Ende des Monats eröffnet werden.Die Brücke wird am Montag zunächst für den Pkw- und Lkw-Verkehr freigegeben werden, gefolgt von der Öffnung für Fußgänger und Radfahrer ab dem 5. August. Sie soll den Lkw-Verkehr auf einer wichtigen Handelsroute entlasten. Mehr als 70 Prozent der kanadischen Exporte gehen in die USA, weshalb Amerika der wichtigste Handelspartner Kanadas ist.