Drei Prozent mehr Öl und Gas, 77 Prozent mehr Gewinn. So sieht die Bilanz von Norwegens Staatskonzern Equinor für das zweite Quartal aus. Was die beiden Zahlen auseinandertreibt, ist der Krieg gegen Iran.
Das bereinigte Betriebsergebnis lag von April bis Juni bei 11,48 Milliarden Dollar, nach 6,5 Milliarden im Vorjahresquartal. Noch deutlicher fällt der Sprung beim Geld aus, das dem Konzern tatsächlich zufloss. Der operative Cashflow stieg von 2,48 auf 9,47 Milliarden Dollar, fast auf das Vierfache. Für Deutschland ist das keine Meldung aus der Ferne, denn kein Land liefert so viel Gas in die Bundesrepublik wie Norwegen.
Der Grund für den Gewinnsprung ist der Preis. Ein Fass Öl kostete im Frühjahr zwischen 75 und mehr als 100 Dollar. Ein Jahr zuvor waren es 60 bis 70 Dollar. Auslöser war die Straße von Hormus. Weil dort kaum noch Schiffe durchkammen, brachen die Öllieferungen der Golfstaaten ein.
Nach einer Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran fiel der Preis im vergangenen Monat. Jetzt steigt er wieder. Am Mittwochvormittag kostete ein Fass Brent rund 94 Dollar. In der Nacht hatte das US-Militär zum elften Mal in Folge Ziele im Iran angegriffen.
Dazu kommt das Rote Meer. Die mit Iran verbündeten Huthi haben eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt. Das Königreich hatte sein Öl zuletzt über eine Pipeline dorthin gebracht, weil der Weg durch Hormus versperrt ist. Nach Einschätzung von Susannah Streeter, Chefanlagestrategin der Investmentplattform Wealth Club, steht der Ölpreis damit so hoch wie seit sechs Wochen nicht mehr.











