Die deutschen Gasspeicher sind aktuell so leer wie noch nie. Laut Daten des europäischen Branchenverbands Gas Infrastructure Europe haben die Speicher derzeit einen Füllstand von 45,5 Prozent – der niedrigste Stand zu diesem Zeitpunkt seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 2011.Laut dem deutschen Gasspeicherverband, der Initiative Energien Speichern (INES), sind die aktuellen Füllstände der Gasspeicher „für diese Jahreszeit außergewöhnlich niedrig“. Ohne politische Maßnahmen bestehe „das Risiko, dass die Speicher vor Beginn der Heizperiode nicht ausreichend gefüllt werden“, teilt eine Sprecherin des Verbands auf Anfrage der Berliner Zeitung mit. Insbesondere ein sehr kalter Winter könne zu Versorgungsengpässen in Deutschland führen.

Die Bundesregierung plant zur Absicherung der Gasversorgung eine staatliche Reserve von rund 24 Terawattstunden, was etwa zehn Prozent der deutschen Speicherkapazität entspricht. Für den kommenden Winter hilft dieses Instrument allerdings noch nicht: Die Befüllung soll nach den Plänen erst im Sommer 2027 beginnen und über mehrere Jahre gestreckt werden. Laut INES ist die Reserve zudem nicht für die reguläre Winterversorgung, sondern ausschließlich für Krisenfälle vorgesehen. Für die Wintervorsorge bleibe der Markt verantwortlich. „Deshalb ersetzt die Gasreserve keine ausreichenden wirtschaftlichen Anreize für die Befüllung der Gasspeicher“, so die Sprecherin. Könnte es im kommenden Winter tatsächlich zu Problemen bei der Gasversorgung in Deutschland kommen?