Nicht nur die Immobilie in Frankfurt, auch die sogenannten Weltstadthäuser des Modehändlers Peek & Cloppenburg in Düsseldorf und Hamburg sollen an den spanischen Modekonzern Inditex vermietet werden. Das berichtet das Branchenblatt „Textilwirtschaft“ mit Hinweis auf „gut unterrichtete Kreise“ und spricht von einem „Befreiungsschlag“. Offenbar sei die Vermietung auskömmlicher als die eigene Bewirtschaftung. Eine Sprecherin des Immobilienunternehmens Midstad, das die von der Peek & Cloppenburg KG (P&C) genutzten Immobilien verwaltet, nimmt zu dem Bericht auf Anfrage keine Stellung. Zu Marktgerüchten, laufenden Gesprächen und Vertragsverhältnissen äußere man sich grundsätzlich nicht, heißt es.Dass P&C die Einzelhandelsfläche in Frankfurt verkleinern will, ist seit Langem bekannt. Mit 17.000 Quadratmetern ist die Filiale, die 1988 eröffnet wurde, eine der größten im Portfolio des Düsseldorfer Familienunternehmens. Schon vor zweieinhalb Jahren hatte Midstad die Umbaupläne vorgestellt, mit denen das Modeunternehmen auf die Krise im Einzelhandel reagiert. Im Jahr 2023 hatte es selbst ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchlaufen.Früher rissen sich große Ketten um Ladenlokale in Fußgängerzonen und zahlten hohe Mieten. Heute sind viele Häuser zu groß, weil Kunden Mode immer öfter online einkaufen. Zudem ist in der Corona-Pandemie, als Einkaufsstraßen im Lockdown leer gefegt waren, deutlich geworden, dass die Konzentration auf Einzelhandel allein Innenstädte nicht attraktiv hält.Groß genug für Inditex und P&CNach den Midstad-Plänen soll das Modehaus an der Zeil zu einer gemischt genutzten Immobilie umgebaut werden, mit Angeboten für Sport, Bildung, Kultur und Gastronomie. Zu den zentralen Bausteinen gehören neben Handelsflächen, die sich künftig nur noch auf die unteren Geschosse beschränken werden, eine Multifunktionshalle und die Integration einer Grundschule. Der Bauantrag für die geplante Umnutzung wurde inzwischen eingereicht. „Aktuell befinden wir uns im weiteren Abstimmungsprozess mit den zuständigen Behörden“, informiert die Midstad-Sprecherin.Das Zusammenführen verschiedener Nutzungen an einem Standort stärke die Attraktivität und die Frequenz im Quartier nachhaltig, hebt sie hervor. Die Neugestaltung der Filiale wird die Handschrift des italienischen Stararchitekten Renzo Piano tragen. Er hatte sich in einem Wettbewerb gegen sechs Konkurrenten durchgesetzt.Visualisierung: So soll das Peek-&-Cloppenburg-Haus an der Zeil in Frankfurt nach den Plänen des italienischen Architekten Renzo Piano einmal aussehen.Renzo PianoBekannt ist, dass die Zeichen beim spanischen Inditex-Konzern – dazu gehören neben der Hauptmarke Zara auch die Fast-Fashion-Label Massimo Dutti, Bershka, Pull & Bear, Stradivarius, Oysho und Lefties – wieder auf Eröffnung neuer Läden stehen, nachdem die Expansion zuletzt etwas zurückgefahren worden war. Viele Inditex-Linien, etwa die Discount-Marke Lefties oder die trendige, feminine Mode von Stradivarius, gibt es in Frankfurt noch nicht. Zara hat die Zeil-Filiale schon vor Jahren aufgegeben. Die Räume stehen seitdem leer. Für Bershka, bisher Zwischenmieter im ehemaligen Karstadt-Haus gegenüber von P&C, muss Inditex demnächst eine neue Ladenfläche suchen, weil die Immobilie umgebaut wird.Und so wird in Branchenkreisen spekuliert, wie viel Fläche Inditex im Weltstadthaus von Peek & Cloppenburg künftig belegen und wie viel, wenn überhaupt, für den Modehändler P&C dann noch übrig sein wird. Das Haus sei groß genug für Inditex und P&C, sagt eine Maklerin. Sie kann sich aber auch einen Umzug auf Dauer an eine andere Stelle vorstellen, wenn die Lage funktioniere. Während des Umbaus sei ein Umzug ohnehin erforderlich. Laut „Textilwirtschaft“ schlagen sich kleine und kompaktere Filialen offenbar besser als die großen Flaggschiffe. Mit deren Performance seien die Düsseldorfer unzufrieden.
P&C-Haus vermietet an Inditex: Kommt Zara zurück an die Zeil?
Die Flaggschifffiliale der Modekette Peek & Cloppenburg in Frankfurt soll offenbar an die Inditex-Muttergesellschaft vermietet werden. Die Umbaupläne sind davon nicht betroffen.








