PfadnavigationHomeRegionalesHamburgTod eines NeunjährigenFreispruch für Busfahrer – Mutter verliert vor Gericht die FassungStand: 16:03 UhrArchivbild: Einsatzkräfte stehen im Hamburger Stadtteil Neuallermöhe an einer UnfallstelleQuelle: Daniel Bockwoldt/dpaDie Anklage lautete auf fahrlässige Tötung, am Ende beantragte selbst die Staatsanwaltschaft einen Freispruch: Das Amtsgericht Hamburg-Bergedorf sieht keine Schuld eines Busfahrers am Tod eines neunjährigen Jungen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.Nahezu zweieinhalb Jahre nach einem Busunfall in Hamburg, bei dem ein neun Jahre alter Schuljunge getötet wurde, ist der Fahrer in einem Prozess freigesprochen worden. Das Amtsgericht Hamburg-Bergedorf argumentierte, der 71 Jahre alte Angeklagte habe den Unfall nicht verhindern können. Das Urteil ist bislang nicht rechtskräftig.Begonnen hatte das Verfahren Anfang des Monats. Die Staatsanwaltschaft klagte den Mann wegen fahrlässiger Tötung an. Er sei zu schnell gefahren und habe das Kind nicht ausreichend beachtet. Der Fahrer hätte zudem ein Warnsignal abgeben müssen, bevor er in die Haltestelle eingefahren sei.Im Plädoyer beantragte die Staatsanwaltschaft davon abweichend, den Angeklagten freizusprechen. Die Anklagebehörde sei letztlich der Argumentation eines Sachverständigen gefolgt, sagte ein Gerichtssprecher. Auch die Verteidigung sprach sich für einen Freispruch aus. Die Nebenklage forderte hingegen ein Jahr Haft auf Bewährung.Mutter rastet laut Medienbericht bei Urteil ausDas Gericht teilte mit, selbst wenn der Fahrer 30 statt 34 Kilometer pro Stunde gefahren wäre, hätte er nicht rechtzeitig bremsen können. Zudem sei es technisch nicht möglich gewesen, mit dem Gelenkbus dem Kind auszuweichen.Der NDR berichtete, die Mutter des Jungen habe die Fassung verloren, als die Richterin den Freispruch verkündet habe. Die Nebenklägerin habe die Staatsanwältin angeschrien und versucht, den Busfahrer anzugehen.dpa/jaw