Sie saßen über einem Friedensplan, als die Bomben kamen. Chalil al-Haja und die Verhandler der islamistischen Hamas waren in einem Haus im Norden von Doha zusammengekommen. Sie gingen den jüngsten Vorschlag von US-Präsident Donald Trump durch. Nach israelischen Medienberichten waren rund 15 Kampfjets an dem Angriff beteiligt, die zehn Geschosse auf ein einziges Ziel abfeuerten, dazu Drohnen. Israel nannte die Operation „Gipfel des Feuers“. Sechs Menschen starben, darunter al-Hajas Sohn und sein Büroleiter. Al-Haja selbst stieg aus den Trümmern.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu stellte den Angriff als Antwort auf einen Anschlag an einer Bushaltestelle in Jerusalem dar, bei dem am Vortag fünf Menschen getötet worden waren. Wenige Wochen später handelte al-Haja die Waffenruhe aus, die den Krieg beendete. Seit Montag führt er die Hamas.

Seit 2017 wurde die Organisation aus Gaza geführt, nicht aus Doha. Jihia al-Sinwar hatte der Führung im Ausland die Macht entzogen. Sie durfte reden und Geld sammeln, entschieden wurde im Gazastreifen. Auch über den 7. Oktober 2023.

Diese Ordnung löst sich gerade auf. Das sagt Harel Chorev, Nahost-Forscher an der Universität Tel Aviv. Israel habe im Krieg fast die gesamte Führung in Gaza getötet. Das Machtzentrum wandere deshalb zurück zur politischen Führung im Ausland.