Neue Details im Fall Ann Widdecombe: Die britische Politikerin soll mit 21 Hammerschlägen getötet worden seinDas Videomaterial einer Überwachungskamera soll zeigen, wie der Täter die Politikerin beim Mittagessen überraschte. Der 28-jährige mutmassliche Täter steht wegen Mordes vor Gericht.22.07.2026, 12.22 Uhr2 LeseminutenDer mutmassliche Täter wird vor dem Westminster Magistrates’ Court in London wegen Mordes an der ehemaligen Ministerin Ann Widdecombe angeklagt.Julia Quenzler / ReutersNach dem mutmasslichen Mord an der 78-jährigen konservativen britischen Politikerin Ann Widdecombe am 8. Juli hat die Staatsanwaltschaft neue Details veröffentlicht. Bei einer Gerichtsanhörung am Dienstag schilderte die Staatsanwaltschaft den Tatverlauf.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Am 8. Juli hätte Ann Widdecombe eigentlich einen Termin für ein TV-Interview gehabt. Doch sie ist nicht zu dem Termin erschienen, wie die Staatsanwaltschaft berichtet. Am darauffolgenden Tag habe ihre persönliche Assistentin ihren Gärtner gebeten, nach Widdecombe zu sehen. Dieser habe sie auf dem Küchenboden gefunden.Die Tat wurde laut der Staatsanwaltschaft von einer Videokamera in Widdecombes Haus aufgezeichnet. Der mutmassliche Täter soll die Wohnung von Widdecombe betreten haben, als sie gerade zu Mittag ass. Aus der Videoaufnahme gehe hervor, wie er sein Opfer kurz vor der Tat gefragt habe: «Du hast doch nicht zufällig Bankkarten und einen Ausweis?» Dann sei zu sehen, wie er 21 Mal mit einem Hammer auf sie eingeschlagen habe. Anschliessend soll er ihr Portemonnaie entnommen und die Wohnung verlassen haben.Widdecombes Todesursache wurde vor Gericht als «stumpfe Gewalteinwirkung auf den Kopf» beschrieben. Laut der Staatsanwaltschaft soll sich der mutmassliche Täter ungefähr zwei Minuten im Haus aufgehalten haben. Sein Motiv bleibt zunächst unklar. Das Gericht hat bis zum nächsten Gerichtstermin im Oktober eine Untersuchungshaft angeordnet.Politisch angespannte LageWiddecombe war jahrelang Abgeordnete für die Konservativen im britischen Parlament. Von 1987 bis 2010 sass sie im Unterhaus und hatte unter Premierminister John Major diverse Ministerposten inne. Nebst ihrer Rolle als Politikerin war sie auch für ihre Auftritte in einer Reihe von Reality-TV-Shows bekannt. 2010 trat sie in der Tanzshow «Strictly Come Dancing» und 2018 in der Reality-TV-Show «Celebrity Big Brother» auf.Mit ihren konservativen Ansichten sorgte Widdecombe zeit ihres Lebens für Aufregung. 1993 trat sie zum Katholizismus über, weil sich die anglikanische Kirche ihrer Meinung nach zu sehr dem Zeitgeist anpasste. Sie war Brexit-Anhängerin und sprach sich gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und die Selbstbestimmung von Transpersonen über deren Geschlecht aus. Zudem forderte sie die Wiedereinführung der Todesstrafe.2023 schloss sich Widdecombe der Rechtspartei Reform UK von Nigel Farage an. Dieser sprach nach ihrem Tod in einer Videobotschaft auf X von einer aussergewöhnlichen Frau, die «für das kämpfte, woran sie glaubte». Auch Mitglieder der Labour-Partei meldeten sich zu Wort. Die Innenministerin Shabana Mahmood bezeichnete den Mord an der ehemaligen Abgeordneten als «äusserst erschütternd», und der kürzlich abgetretene Premierminister Keir Starmer sprach von einem schweren Verlust.Passend zum Artikel
Der Fall Ann Widdecombe: Staatsanwaltschaft veröffentlicht neue Details zum Mord
Das Videomaterial einer Überwachungskamera soll zeigen, wie der Täter die Politikerin beim Mittagessen überraschte. Der 28-jährige mutmassliche Täter steht wegen Mordes vor Gericht.












