Im Geburtshaus von Adolf Hitler im österreichischen Braunau am Inn ist am Mittwoch eine neue Polizeistation eröffnet worden. Das Gebäude wurde seit 2023 für rund 20 Millionen Euro grundlegend umgebaut. In den vergangenen Jahrzehnten haben Rechtsextreme und Neonazis immer wieder das Haus in der Nähe der deutsch-österreichischen Grenze aufgesucht. Die Regierung in Wien hofft nun, dass das Haus nun seine Anziehungskraft als „Wallfahrtsort“ verliert.Eine Expertenkommission riet zuvor von einem Abriss des Gebäudes ab und empfahl, das Gebäude so umzugestalten, dass es seinen Wiedererkennungswert verliert. Das Haus erinnert nach dem Umbau architektonisch kaum mehr an das Gebäude zu Hitlers Lebzeiten. Den Bauschutt schredderte die Baufirma vor Ort und lagerte ihn an einem unbekannten Ort, damit NS-Devotionaliensammler nichts finden konnten.Das Haus befindet sich seit 2017 im Besitz des Staates Österreich. Braunaus Bürgermeister Johannes Waidbacher sagte, für die Stadt sei die Eröffnung der Polizeistation ein „sehr bedeutsamer Tag“. Es habe unterschiedliche Sichtweisen gegeben, wie das Geburtshaus zu nutzen sei. Die 18.000-Einwohner-Stadt stelle sich dem historischen Fakt, Hitlers Geburtsstadt zu sein. Waidbacher räumte ein: „Wir werden sich keine Lösung finden, die 100 Prozent Zustimmung findet.“Rund 50 Beamte sollen dort stationiert sein, zudem finden Schulungen statt. Wer sich vor dem Haus rumtreibe und verdächtig wirke, „wird von uns kontrolliert und angesprochen“, sagte Bezirkspolizeikommandant Stefan Haslberger.