Etwas unwirsch reagiert Markus Söder auf die Tagesspiegel-Frage, wann denn nun das Personalpaket der Union stehen werde. Heute nicht mehr, „spätestens nächste Woche“, sagt der CSU-Vorsitzende am Dienstagabend auf dem Sommerempfang des Bayerischen Landtags in München.Spätestens nächste Woche – das ist eine Banalität, was Söder weiß. Am Mittwoch kommender Woche sollen die CDU/CSU-Bundestagsabgeordneten schließlich schon über die Nachfolge von Jens Spahn entscheiden. Spahn war am Samstag zurückgetreten, seither arbeiten Merz und Söder an einem Personalpaket.Söder selbst dürfte höchstes Interesse daran haben, dass die Spahn-Nachfolge zügig geklärt wird. Seit Wochen ist für Sonntag sein Auftritt im ZDF-Sommerinterview geplant. Söder wäre es wohl unlieb, hier herumeiern zu müssen.Kanzler Friedrich Merz hatte am vorigen Sonntag, ebenfalls im ZDF-Sommerinterview, eine mögliche Kabinettsumbildung angedeutet. Womöglich arbeitet er also an einem größeren Personal-Puzzle.Als mögliche Nachfolger Spahns werden in Unionskreisen Kanzleramtsminister Thorsten Frei (CDU), Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) gehandelt. Während Frei als Favorit gilt, sei Dobrindt sehr wohl noch im Rennen, heißt es – und zwar ausdrücklich trotz seiner Herkunft aus der CSU. Bisher hatte die Unionsfraktion seit ihrer Gründung 1949 nur Vorsitzende aus den Reihen der CDU.Dem Argument, Dobrindt sei der vielleicht stärkste Minister und daher im Innenressort unverzichtbar, wird in Regierungskreisen entgegengehalten, als Fraktionschef könne Dobrindt seine Erfahrung und Stärke bestmöglich nutzen. Hier wäre er in einer Scharnierfunktion mit dem Kanzleramt, Kabinett und dem Koalitionspartner SPD. Bei der SPD wird Dobrindt seit vielen Jahren als absprachefest und verlässlich geschätzt. Sollte Dobrindt an die Fraktionsspitze wechseln, könnte Frei ihm im Innenressort folgen. Die CSU verlöre damit einen Kabinettsposten.Gesundheitsministerin Warken wird für den Fraktionsvorsitz und als Chefin des Kanzleramtes gehandelt. Sie war einst Parlamentarische Geschäftsführerin („PGF“) der CDU/CSU-Fraktion unter Merz’ Führung. Die Bund-Länder-Beziehungen könnte im Kanzleramt künftig Wirtschafts-Staatssekretär Philipp Amthor verantworten, statt des überforderten Michael Meister, heißt es in Regierungskreisen. Als möglicher Gesundheitsminister wird in führenden Unionskreisen CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann gehandelt.
Suche nach Unionsfraktionschef: Der Name Dobrindt bleibt im Spiel
Am 29. Juli soll die CDU/CSU-Fraktion den Nachfolger Jens Spahns wählen. Doch noch lassen sich CDU-Chef Merz und CSU-Chef Söder mit ihrem Personalpaket Zeit. In der Union herrscht Nervosität.










