PfadnavigationHomeReiseGesund bleibenWas Reisemediziner zum Thema Reiseimpfung sagenVon Tom NebeStand: 07:19 UhrLesedauer: 5 MinutenLieber einmal mehr pieksen lassen: Für einige Länder sind Reiseimpfungen ratsamQuelle: Bodo Marks/dpa/dpa-tmnDengue, Hepatitis, Durchfall: Im Urlaub will niemand krank werden, doch Risiken gibt es immer. Wer sie kennt und vor der Reise Entscheidungen trifft, ist entspannter unterwegs. Antworten auf die wichtigsten Fragen.Welche Impfungen sind wichtig?Gegen einige Gesundheitsrisiken im Urlaub können sich Reisende mit Impfungen schützen. Ob für eine Reise eine bestimmte Immunisierung nötig ist, das hängt von vielen Faktoren ab.„Egal, wohin man reist: Alle Impfungen, die hierzulande als Standard empfohlen sind, sollte man haben“, sagt Sabine Jordan vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Dazu gehören Tetanus, Masern oder Polio: Krankheiten, die in anderen Erdteilen mitunter wesentlich häufiger vorkommen als in Deutschland.Ob man sich darüber hinaus speziell für eine Reise impfen lässt, ist eine individuelle Abwägung und hängt wesentlich davon ab, wo man Urlaub macht und was man dort vorhat – aber auch wie häufig oder gefährlich eine Krankheit ist. Hepatitis A zum Beispiel ist eine Krankheit, bei der das Ansteckungsrisiko in vielen Ländern deutlich höher ist als in Deutschland. Die Erreger, die eine Leberentzündung auslösen können, werden etwa durch verunreinigte Lebensmittel übertragen.Zwar ist es eine Erkrankung, die meist harmlos verläuft. Doch in seltenen Fällen kann sie schwere Verläufe nehmen. In der Abwägung sei Hepatitis A deshalb eine klassische Reiseimpfung, die sehr großzügig empfohlen werde, sagt Internistin Jordan.Spielt die Art des Urlaubs eine Rolle?Wer seinen Urlaub ausschließlich in einer Hotelanlage verbringt, ist oft weniger exponiert. Das Risiko für Tollwut oder bestimmte seltene Infektionen ist deutlich geringer, wenn man nicht viel herumkommt oder mit Tieren und der lokalen Umwelt in Kontakt gerät.Lesen Sie auchBeispiel Bali. Besucht man auf der indonesischen Insel Affenparks oder ist generell viel unterwegs, sollte man über eine Tollwutimpfung nachdenken. Das Auswärtige Amt schreibt zu Indonesien: „Landesweit besteht ein hohes Risiko an Bissverletzungen durch streunende Hunde und auch Affen.“ Zwar gibt es nach Bissen infizierter Tiere noch eine Behandlungsmöglichkeit – doch darauf sollte man es nicht ankommen lassen. Denn bricht die Krankheit einmal aus, verläuft sie tödlich.Lesen Sie auchPlant man einen Cluburlaub, muss man sich grundsätzlich mit weniger Gesundheitsgefahren auseinandersetzen als bei einem Backpacking-Trip quer durch ein Land. Risiken gibt es dennoch. „Hotelanlagen schützen nicht vor lebensmittelübertragbaren Erkrankungen“, sagt Sabine Jordan.Durchfallerkrankungen oder Hepatitis A bleiben dort ein Thema. Hinzu kommen etwa Mückenkrankheiten, die unabhängig vom Reisestil auftreten können. „Man kann auch auf den Malediven Dengue-Fieber bekommen“, warnt die Medizinerin.Welche Weltregionen sind besonders riskant?Ein schlaglichtartiger Überblick zeigt, dass man sich gerade vor Fernreisen frühzeitig über die Gesundheitsrisiken schlaumachen und vorsorgen sollte – bei Bedarf mit Impfungen, in jedem Fall aber mit einer passend bestückten Reiseapotheke.In Südostasien (etwa Thailand, Bali, Sri Lanka) drohen je nach Ziel etwa diverse von Mücken übertragene Krankheiten. Vor allem das Dengue-Fieber breitet sich Experten zufolge zunehmend aus. Lesen Sie auchAfrika (etwa Kenia, Tansania, Sansibar): Hier spielt etwa Malaria eine Rolle. Auf Sansibar galt die Erkrankung als zurückgedrängt, ist aber wieder da. „Die Zahlen haben auf der Insel massiv zugenommen“, warnt Sabine Jordan.Südamerika (etwa Brasilien, Argentinien, Peru): Hier ist vielerorts unter anderem Gelbfieber ein Thema. Das zieht sich bis nach Mittelamerika. Der Panamakanal sei hier die Grenze, sagt Jordan. Alles südlich davon sei klassisches Gelbfiebergebiet.Welche Reiseländer werden unterschätzt?Tomas Jelinek, Infektiologe in Berlin und Präsident der Deutschen Fachgesellschaft für Reisemedizin, nennt als Beispiel die Dominikanische Republik. Das Sonnenziel in der Karibik locke viele Reisende, doch ganz wenige ließen sich vorher beraten.Dabei gibt es, auch bedingt durch die lange Grenze mit dem krisengeplagten Haiti auf der Insel Hispaniola, viele Gesundheitsrisiken: Dengue, Chikungunya, Diphtherie, Meningokokken sowie auch die bakterielle Infektionskrankheit Leptospirose, so der Experte.Wo finden Reisende die nötigen Informationen?Einen ersten Überblick geben etwa die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes im Internet, die für jedes Land auf der Welt kostenlos abrufbar sind und in denen auch Gesundheitsrisiken genannt und Vorsorgeempfehlungen gegeben werden. Wenn ein Land bei der Einreise den Nachweis bestimmter Impfungen verlangt, steht das in den dortigen Reisehinweisen. Zur thematischen Vertiefung gibt es Verlinkungen.„Das Allerwichtigste ist, dass man sich vor jeder Fernreise einmal reisemedizinisch beraten lässt“, sagt Sabine Jordan. Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin
Gesund bleiben im Urlaub: Was Reisemediziner zum Thema Reiseimpfungen sagen - WELT
Dengue, Hepatitis, Durchfall: Im Urlaub will niemand krank werden, doch Risiken gibt es immer. Wer sie kennt und vor der Reise Entscheidungen trifft, ist entspannter unterwegs. Antworten auf die wichtigsten Fragen.







