PfadnavigationHomePanoramaOberbayernJunger Mann nach Messerangriff von Egling festgenommen – Polizei lag mit Täterbeschreibung falschStand: 19:52 UhrLesedauer: 3 MinutenDas Dorffest in Egling wurde nach dem Angriff abgebrochenQuelle: Uwe Lein/dpaIn der Nacht zum Sonntag griff ein Mann auf einem Dorffest in Oberbayern mehrere Gäste an, einen 16-Jährigen verletzte er mit einem Messer. Jetzt hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Mit der Täterbeschreibung lagen die Beamten aber daneben.Nach Messerstichen auf einem Dorffest in Egling im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen hat die Polizei einen Tatverdächtigen ermittelt. Es handele sich um einen jungen Deutschen aus dem Landkreis, teilte das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mit. Er sei bereits polizeibekannt. Gegen ihn werde wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Es sei Haftbefehl erlassen, der Heranwachsende (18 bis 21 Jahre) sei in eine Justizvollzugsanstalt gebracht worden.Er war den Angaben zufolge bereits am Montag festgenommen worden, zwei Tage nach der Tat. Er soll am späten Samstagabend auf der vom örtlichen Burschenverein organisierten „Blaulicht-Party“ einen 16-Jährigen aus Österreich mit einem Messer attackiert und verletzt haben. Zuvor soll er einen 20 Jahre alten Bekannten des Jugendlichen niedergeschlagen haben.Lesen Sie auchDer Täter konnte unerkannt in der Menge verschwinden. Die Polizei fahndete mit Hochdruck nach dem Flüchtigen und veröffentlichte über lokalen Medien auch eine Beschreibung des Angreifers. „Es handelt sich demnach um einen etwa 1,80 bis 1,90 Meter großen Mann von dunklem Hauttyp, mit schmaler Statur und kurzen, dunklen Haaren. Er soll gebrochen Deutsch gesprochen und eine graue Fleecejacke und Jeans getragen haben“, heißt es im „Münchner Merkur“.Fall Egling: Täterbeschreibung war falschMessergewalt steht seit Jahren im Fokus öffentlicher Debatten, weil die Täter überproportional häufig nicht-deutsch sind oder einen Migrationshintergrund haben. Ein deutscher Staatsbürger, der nur gebrochen Deutsch spricht, hätte in dieses Muster gepasst. Wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd in Rosenheim auf WELT-Anfrage mitteilte, war diese Täterbeschreibung jedoch nicht korrekt.„Die Täterbeschreibung entsprach nicht den Tatsachen“, sagte er. Das Geschehen auf dem Dorffest sei dynamisch gewesen, viele Gäste seien angetrunken gewesen. Möglicherweise hätten Zeugen eine Person beschrieben, die gar nicht der Tatverdächtige war. Der festgenommene Heranwachsende habe helle Haut. Er sei durch Körperverletzung und Betäubungsmitteldelikte bereits polizeibekannt gewesen. Zu einem möglichen Migrationshintergrund oder Vornamen wollte er sich nicht äußern, da es sich um einen Heranwachsenden handelt.Lesen Sie auchDas 16-jährige Opfer war am Arm verletzt worden und musste noch in der Nacht operiert werden. Der 20-Jährige wurde durch einen Schlag am Kopf leicht verletzt. Rund 700 Menschen hatten auf dem Dorffest gefeiert.Polizei fesselte andere PartygästeJenseits der Attacke wurden mehrere weitere Personen bei anderweitigen Schlägereien auf dem Gelände verletzt. Niemand habe sich in Lebensgefahr befunden, hatte nach den Vorfällen die Polizei in Wolfratshausen mitgeteilt. Ein Sprecher berichtete von rund einem halben Dutzend Anzeigen wegen Körperverletzungsdelikten.Der Alarm bei der Polizei war am Samstag gegen 23.45 Uhr eingegangen. Die Stimmung sei aufgeheizt gewesen, berichtete der Polizeisprecher in Wolfratshausen über die Lage beim Eintreffen der Beamten. Polizei und Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz. Bei der Auflösung der Veranstaltung hätten die Beamten teils unmittelbaren Zwang anwenden müssen. Sie hätten einige Partygäste in Gewahrsam nehmen oder sogar fesseln müssen, berichtete die Polizei am Folgetag.sebe mit dpa