Mieten steigen um vier ProzentWohnungsmieten sind einer Studie zufolge im Frühjahrsquartal deutlich gestiegen. Die Angebotsmieten zogen bundesweit um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an, wie aus Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervorgeht, über die der Finanzdienst Reuters berichtet. Zum Vergleich: Die allgemeine Inflationsrate lag trotz infolge des Iran-Kriegs stark gestiegener Energiepreise mit rund 2,6 Prozent deutlich niedriger. Allein zum Vorquartal zogen die Mieten von April bis Juni um 1,3 Prozent an.„Besonders kräftig fällt die Entwicklung derzeit in den Großstädten außerhalb der größten Metropolen aus", erklärten die Autoren Pekka Sagner und Michael Voigtländer. Hier habe der Zuwachs bei 4,9 Prozent gelegen. Im Umland dieser Städte fiel das Plus mit 3,9 Prozent ebenfalls kräftig aus. In den Top-7-Städten Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf fiel das Plus mit 2,9 Prozent geringer aus.Die Angebotsmieten stiegen in nahezu allen Großstädten deutlich. Den stärksten Zuwachs verzeichnet Köln mit 7,9 Prozent. Auch Hamburg mit 5,5 Prozent, Leipzig mit 5,4 Prozent und Essen mit 5,0 Prozent wiesen eine hohe Dynamik auf. In Dortmund legten die Mieten um 4,7 Prozent zu, in Düsseldorf und München um 3,8 beziehungsweise 3,7 Prozent. Moderater fielen die Zuwächse in Frankfurt am Main mit 2,9 Prozent aus. Stuttgart und Berlin liegen mit 0,9 und ein Prozent deutlich unter dem Durchschnitt der übrigen Städte.Gestiegen sind auch die Kaufpreise für Wohnimmobilien. Eigentumswohnungen und Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich bundesweit jeweils um 0,8 Prozent zum Vorjahresquartal. Im Vergleich zum Vorquartal legten die Preise um 0,2 beziehungsweise ein Prozent zu. "Von einem neuen kräftigen Preisaufschwung kann damit bislang nicht gesprochen werden", betonten Sagner und Voigtländer.Regional nimmt die Differenzierung zu. Bei den Kaufpreisen zeigen sich leichte Rückgänge in den Top-7-Städten, während die übrigen Großstädte und ihr Umland moderate Zuwächse verzeichnen. Bei den Kaufpreisen reicht die Jahresentwicklung von einem Plus von fünf Prozent in Dortmund bis zu einem Rückgang von 1,9 Prozent in München.Das Kaufangebot ist seit der Zinswende deutlich gestiegen, fanden die Forscher heraus: Verglichen mit dem ersten Quartal 2022 werden bundesweit nahezu doppelt so viele Eigentumswohnungen und rund 140 Prozent mehr Ein- und Zweifamilienhäuser inseriert. "Das ist vor allem Ausdruck gesunkener Nachfrage und längerer Vermarktungszeiten, nicht einer entsprechend starken Zunahme des Wohnungsbestands", hieß es.Das Mietangebot bleibt dagegen vielerorts deutlich reduziert: Bundesweit liegt die Zahl der Inserate weiterhin knapp zwölf Prozent unter dem Niveau von Anfang 2022, besonders ausgeprägt in vielen Großstädten. Lediglich in Berlin liegt das sichtbare Mietangebot über dem Niveau von Anfang 2022, langfristig aber weiterhin deutlich hinter dem Niveau vor den Marktverwerfungen rund um den Mietendeckel zurück, so das IW.Insgesamt zeigt sich ein Wohnungsmarkt mit zwei unterschiedlichen Engpässen: Auf dem Kaufmarkt treffen viele Angebote auf eine durch die Finanzierungskosten begrenzte Nachfrage. Auf dem Mietmarkt trifft dagegen eine anhaltend hohe Nachfrage auf ein weiterhin knappes und regional sehr unterschiedlich verfügbares Angebot.
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