Der chinesische Essenslieferant Wang Jibing erhält für seine Gedichte den renommierten chinesischen Lu-Xun-Literaturpreis. Das ist ein echtes Novum.

Ein Lieferant in China (Symbolbild)

Kobe Li/imago

Es ist ein Aufbruch im Wortsinn: Erstmals in der Geschichte des renommierten chinesischen Lu-Xun-Literaturpreises wird ein nicht professioneller Autor geehrt. Für seinen Gedichtband „Tiefflug“ hat der 56-jährige Essenslieferant Wang Jibing den von der chinesischen Schriftstellervereinigung verliehenen Preis bekommen. Benannt ist er nach Lu Xun (1881–1936), der als Begründer der modernen chinesischen Literatur gilt.

Wobei „Tiefflug“, so berichtet die chinesische Global Times, nicht Wang Jibings Erstling ist: Seit rund zehn Jahren veröffentlicht er Texte auf Social Media. 2022 ging sein Gedicht „Mann in Eile“ online viral. Es basiert auf jenem Tag, an dem er auf der Suche nach einer falsch eingegebenen Adresse stundenlang durch die Stadt irrte. 2023 erschien dann seine gleichnamige Gedichtsammlung, Untertitel: „Gedichte eines Essenslieferanten“.