Für Spieleentwickler wird die Gamescom immer relevanter. Erstmals wird die Ausstellerfläche der Videospielmesse in diesem Jahr ausgebucht sein. In den vergangenen Jahren dienten Aktionsflächen für Fans als Platzhalter. Weniger Platz für Fans soll es keineswegs geben, im Gegenteil. „Immer mehr Unternehmen möchten an der Gamescom teilnehmen und ihre Community genau hier erreichen“, sagt Gamescom-Direktor Tim Endres von der Koelnmesse auf einer Pressekonferenz am Dienstag.Dazu gehören Entwickler wie Ubisoft, Sega und Electronic Arts sowie Konsolenhersteller wie Nintendo und Xbox. Ebenso werden Lego und Google Play auf der weltgrößten Messe für Computer- und Videospiele mit Ständen vertreten sein. Auf der Gamescom Ende August lassen sich Computerspiele testen, die erst Monate später erscheinen. Das soll die Lust auf die Spiele wecken und zum Kauf animieren. Nicht anspielbar wird allerdings „Grand Theft Auto IV“ (GTA 6) sein, das am 19. November erscheint.Zwei Spiele-Trends auf der GamescomIm vergangenen Jahr kam die Gamescom auf 1568 Aussteller – wie viele es dieses Jahr sind, verrät Endres noch nicht. Die Messe wird vom Computerspiele-Verband Game gemeinsam mit der Koelnmesse veranstaltet. 2025 zählte sie rund 357.000 Besucher und damit 22.000 mehr als 2024. Der Rekord aus dem Jahr 2019 liegt bei 373.000 Besuchern.Zwei Trends macht Felix Falk, Geschäftsführer des Branchenverbandes Game, für die anstehende Gamescom aus. Zum einen werden Videospiele beliebter, die von wenigen Leuten mit kleinem Budget entwickelt werden. Sogenannte Indie-Spiele sind eine Gegenbewegung aus der Community geworden; der Name steht für Independent, also unabhängig. Während immer wieder Spiele mit enormen Entwicklungskosten floppen und wenig Erlöse einspielen, bringen Fans kleineren Spielen große Erfolge.„Spielend die Welt retten“Zum anderen verspricht sich Falk vom Game-Verband viel vom gesellschaftspolitischen Engagement von Gamern. In Spielen retten sie regelmäßig die Welt, und auch im realen Leben sammeln sie Geld für Krebs-Patienten, protestieren gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE oder gegen die Hongkonger Regierung. „Spielend die Welt retten“, nennt Falk das. Ihre Motivation: „Gamer sind berühmt für ihre Leidenschaft.“ Noch werde die Community unterschätzt, aber sie rücke immer mehr ins Licht der Öffentlichkeit.Das zeige sich auch daran, dass erstmals ein Bundespräsident die Gamescom besuche – Frank-Walter Steinmeier hat sich angekündigt. Er und Henna Virkkunen, die Vizepräsidentin der EU-Kommission, wollen zeigen, dass Deutschland und Europa als Gaming-Standort wachsen. Seit es die einstige Leitmesse E3 in den USA seit 2023 nicht mehr gibt, nimmt die Bedeutung der Kölner Gamescom zu. „Das Interesse an der Messe aus Japan, China, Südkorea und den USA wächst“, sagt Felix Falk. Laut seinem Verband Game spielt fast jeder zweite Deutsche Computer- oder Videospiele, ob auf dem Smartphone, Computer, Tablet oder an der Konsole.