Emanuel Lasker ist bis heute der einzige deutsche Schachweltmeister. 1933 jagten ihn die Nazis aus dem Land, nahmen ihm seine Staatsbürgerschaft und die Doktorwürde. Jetzt, 87 Jahre später, reagiert seine Universität.

21.07.2026, 12.27 Uhr

Emanuel Lasker 1923 bei einer Schachanalyse

Wenn man an die großen Schachweltmeister zurückdenkt, dann erinnert man an sich an Namen wie Bobby Fischer, Garri Kasparow oder – noch recht aktuell – an Magnus Carlsen. Der Spieler, der den Titel am längsten hielt, war jedoch Emanuel Lasker, der bis heute einzige deutsche Schachweltmeister. Von 1894 bis 1921 hielt er den Titel, schier ewige 27 Jahre. Doch auf große Erfolge folgten in Deutschland große Ungerechtigkeiten: Lasker musste wegen der Judenverfolgung vor den Nazis fliehen, sie entzogen ihm seine Staatsbürgerschaft, wollten ihm dann auch seinen Doktortitel aberkennen. 87 Jahre später hat Laskers Universität nun mit dieser Ungerechtigkeit aufgeräumt.

Aber von Beginn an: Lasker wurde 1868 in Berlinchen im heutigen Polen in eine jüdische Familie geboren, ging später in Berlin aufs Gymnasium, studierte Mathematik in Göttingen. 1894 besiegte er Wilhelm Steinitz im WM-Duell in den USA und Kanada und wurde der zweite Schachweltmeister der Geschichte. Sechs Jahre später promovierte Lasker an der Universität Erlangen. Für Schachturniere reiste er durch die Welt, doch es zog ihn am Ende immer wieder nach Deutschland. Bis 1933. Als die Nazis an die Macht kamen, floh Lasker über die Niederlande, London und Moskau nach New York.