Frankreichs Parlament hat den Weg für Europas erste Social-Media-Sperre für Kinder und junge Jugendliche freigemacht. Abgeordnete der Nationalversammlung und des Senats haben am gestrigen Montag einen Kompromiss gefunden, schon am heutigen Dienstag könnten Frankreichs Unter- und Oberhaus diesen beschließen, berichtet France24. Schon ab Beginn des neuen Schuljahrs könnte es dann Unter-15-Jährigen untersagt sein, neue Konten auf den betroffenen Plattformen einzurichten. Bestehende Konten müssten ab Januar 2027 gesperrt werden. Ausnahmen soll es demnach für Onlineenzyklopädien und Bildungsplattformen geben.

Aufweichung verhindert

Die Grundlage der jetzt erreichten Einigung hat die Nationalversammlung im Januar gelegt. Dabei war sie über die ursprünglichen Pläne hinausgegangen, laut denen Eltern bestimmte Seiten für ihre Kinder von dem Verbot hätten ausnehmen können. In den sich anschließenden Verhandlungen habe die Vertretung des Oberhauses dann für eine zweistufige Sperre mit einem vergleichbaren Ziel plädiert, berichtet France24 nun. Unter der wären bestimmte Plattformen auf einer schwarzen Liste gelandet und für alle Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren gesperrt worden. Dienste auf einer zweiten Liste hätten Kinder und Jugendliche dann noch nutzen dürfen, wenn ihre Eltern das erlaubten. Auch in den Kompromissverhandlungen konnte sich diese weichere Alternative aber nicht durchsetzen.