Weil die Geburtenzahlen in Berlin auf einem Tiefststand angekommen sind, finden immer mehr PädagogInnen keine Stelle mehr an den Kitas.
Christian Jungeblodt
Vor gut drei Jahren entschied sich Pinar F., Erzieherin zu werden, weil der Laden, den sie mit ihrem Mann betrieb, sich nicht mehr rechnete. Erzieherin war zu diesem Zeitpunkt ein Mangelberuf: Die Mutter zweier Kinder ohne pädagogische Ausbildung wurde mit Kusshand zur Probearbeit in einer Kita angenommen. Und dringend gebraucht.
Dann ging das neue Ausbildungsjahr los, Pinar F. begann ihre Ausbildung, die sie nun gerade abgeschlossen hat. Doch ihre Ausbildungskita kann Pinar F. nicht übernehmen, weil sich immer weniger Eltern um einen Kitaplatz bewerben. Geburtenknick eben. „Ein Drittel der Plätze sind bei uns frei“, sagt Pinar F. der taz.
Ihre Kita in Kreuzberg habe bereits das Konzept geändert, sagt sie. Statt fester Gruppen gebe es jetzt „offene Arbeit“. Das heißt: Jedes Kind entscheidet selbst, ob es in den Bauraum, den Bewegungsraum oder die Bücherecke geht, wo jeweils eine andere Erzieherin tätig ist. Das Konzept ist umstritten, weil zurückhaltende Kinder dabei oft untergehen. Es ermöglicht einer Kita aber besser, neue Kinder aufzunehmen, was in Zeiten des Geburtenknicks wichtig ist.








