Was passiert, wenn Freundschaften enden? Die Historikerin Tiffany Watt Smith schreibt originell über begleitende Scham, Zweifel und Verletzlichkeit.

Zum Mythos geronnen: demonstrative Frauenfreundschaft

Jena Ardel/Moment RF/getty images

Was eigentlich ihr Problem sei, fragte sich die britische Historikerin Tiffany Watt Smith in ihrem Buch „Gute Freundin, schlechte Freundin“. Gerade hatte sie T-Shirts ihrer Tochter tief unten im Wäschekorb versteckt. Und zwar jene, auf denen in pinkfarbener Glitzerschrift, von Herzchen umrandet, „Best Friends Forever“ oder „Girlfriends!“ prangt. T-Shirts, die das Glück feiern, eine beste Freundin zu haben. Oder zu sein.

Ein Glück, das Watt Smith zu dieser Zeit verwehrt blieb: Ihre langjährige beste Freundin zog sich immer mehr zurück, Watt Smith fühlte sich in ihrer Gegenwart zunehmend unsicher. Der Begriff „beste Freundin“ war für sie plötzlich vor allem mit einem Gefühl verbunden: Scham. Dabei war es weniger das Ende der Freundschaft, das sie beschämte, als die Vorstellung, als Freundin versagt zu haben.