Der seit Donnerstag nordöstlich der spanischen Hauptstadt Madrid wütende Waldbrand hat sich weiter sehr schnell ausgebreitet. Inzwischen seien 26.000 Hektar verbrannt, teilte der regionale Regierungschef der autonomen Region Kastilien-La Mancha, Emiliano García-Page, mit. Das ist doppelt so viel wie noch am Sonntag und entspricht in etwa 36.000 Fußballfeldern. Der Politiker sprach von dem schlimmsten Waldbrand in der Geschichte der Region rund 60 Kilometer nordöstlich von Madrid. Die Windrichtung aus Südwest trieb die riesigen Rauchwolken jedoch nicht in Richtung der Hauptstadt, wo am Abend Hunderttausende die spanische Fußballnationalmannschaft nach ihrem Sieg bei der Weltmeisterschaft feiern wollten.1200Menschen mussten aus dem Gefahrengebiet evakuiert werdenIn der Waldbrandregion mussten inzwischen jedoch rund 1.200 Menschen aus 30 gefährdeten Ortschaften evakuiert werden, sagte García-Page. Die Einsatzkräfte zur Bekämpfung des Waldbrandes, der einen Umfang von 120 Kilometern habe, würden noch einmal verstärkt. Brennbare Biomasse Da es im vergangenen Winter und Frühjahr in Spanien sehr viel Regen gab, wurde das Wachstum von Gräsern, Gestrüpp und Unterholz stark begünstigt. Diese brennbare Biomasse wirkt nun – verdorrt durch die Hitze des Sommers – wie Zunder in den Wäldern. Eine weitere erwartete Hitzewelle ab Dienstag mit Temperaturen um die 40 Grad droht die Lage weiter zu verschärfen.Vor allem der starke Wind von rund 50 Kilometern pro Stunde fache die Flammen bisher unaufhaltsam immer wieder an. Die Feuerwand fresse sich mit einer Geschwindigkeit von teilweise vier Kilometern pro Stunde voran, berichtete der staatliche TV-Sender RTVE. Hunderte Einsatzkräfte waren am Boden damit beschäftigt, mit schwerem Gerät Brandschneisen anzulegen und die Flammen so einzudämmen. Unterstützt werden sie unter anderem von der Militärischen Notfalleinheit. Zudem sind Medienberichten zufolge rund 45 Löschflugzeuge und Hubschrauber im Einsatz. Bisher sei es gelungen, das Übergreifen der Flammen auf Ortschaften zu verhindern, teilten die Behörden mit. Verbrannte Fläche bisher mehr als doppelt so groß wie 2025 Seit Jahresbeginn haben großflächige Feuer in Spanien bereits mehr als 100.000 Hektar Land zerstört, wie Daten des Waldbrand-Informationssystems der Europäischen Kommission (EFFIS) zeigen. Das waren mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Damals gab es jedoch erst im August die schlimmsten Brände, als die verbrannte Fläche von Ende Juli von rund 47.000 Hektar bis Anfang August binnen weniger Tage auf 380.000 Hektar in die Höhe schoss. Spanien sowie der iberische Nachbar Portugal und andere europäische Länder werden seit Wochen von einer ganzen Serie an Waldbränden heimgesucht. Bei einem Brand vorige Woche in der südspanischen Region Andalusien starben 13 Menschen – mehrheitlich ältere, in der Provinz Almería wohnende Ausländer, darunter sieben Briten und drei Belgier. (dpa)
Eine Fläche groß wie 36.000 Fußballfelder ist verbrannt: Feuerwalze nahe Madrid bedroht 30 Dörfer
Nördlich von Madrid wütet ein verheerender Waldbrand, mehr als 26.000 Hektar sind schon zerstört. Hunderte kämpfen gegen Wind und Gluthitze – und die nächste Hitzewelle steht bevor.











