PfadnavigationHomeRegionalesHamburgDenkmalschutzHagenbecks Dinosaurier müssen untersucht werdenStand: 17:34 UhrLesedauer: 2 MinutenRestauratorin Christiane Maier bei Arbeiten am Allosaurus bei HagenbeckQuelle: HagenbeckRisse zerfurchen Hagenbecks Urzeitriesen, Feuchtigkeit frisst sich ins Innere – nun prüft eine Restauratorin, ob der Allosaurus und seine Artgenossen als Hamburger Denkmal standhalten oder vor einer kostspieligen Rettungsaktion stehen.Risse in der Oberfläche, eingedrungene Feuchtigkeit und offene Fragen zur Stabilität: Die fast 120 Jahre alten Dinosaurier-Figuren im Tierpark Hagenbeck sollen umfassend untersucht werden. Die denkmalgeschützten Skulpturen rund um den Birma-Teich könnten anschließend aufwendig restauriert werden müssen.Den Anfang macht der Allosaurus nahe dem Orang-Utan-Haus. Die Hamburger Restauratorin Christiane Maier dokumentiert dort Schäden, untersucht die verwendeten Materialien und soll klären, wie die Figuren Anfang des 20. Jahrhunderts konstruiert wurden. Dabei geht es auch um die Frage, ob die Standfestigkeit der Skulpturen weiterhin gewährleistet ist.Lesen Sie auchErste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Dinosaurier in den 1980er-Jahren mit einer Kunstharzschicht überzogen wurden. Diese ist inzwischen vielerorts gerissen. Durch die Schäden konnte Feuchtigkeit in die Figuren eindringen und die Substanz im Inneren angreifen.Die Untersuchung am Allosaurus soll als Vorlage für die übrigen elf Figuren dienen. Da die Skulpturen unter Denkmalschutz stehen, stimmt sich Hagenbeck mit dem Denkmalschutzamt der Hamburger Kulturbehörde ab. Nach Angaben des Tierparks hat die Behörde bereits Interesse signalisiert, eine spätere Restaurierung zu unterstützen. Angaben zu möglichen Kosten gibt es bislang nicht.Die Dinosaurier gehören fast so lange zu Hagenbeck wie der Tierpark selbst. Carl Hagenbeck ließ die Figuren 1908 anfertigen, aufgestellt wurden sie 1909 und 1910. Bis zum Ersten Weltkrieg konnten Besucher die Urzeittiere sogar aus einer Miniatureisenbahn betrachten, die auf einer 600 Meter langen Strecke um den Teich fuhr und damals als erste Bahn dieser Art in Deutschland galt.Lesen Sie auchDen Zweiten Weltkrieg überstanden nicht alle Figuren unbeschadet. Mehrere Dinosaurier wurden bei den Luftangriffen auf Hamburg beschädigt oder zerstört. Mit Zementspenden zum 100-jährigen Firmenjubiläum der Tierschauen der Familie Hagenbeck konnten die schlimmsten Schäden 1948 beseitigt werden. In den Jahrzehnten danach wurden die Skulpturen immer wieder repariert und überarbeitet.Die lebensgroßen Plastiken gehen auf eine Idee des Tierparkgründers Carl Hagenbeck zurück. Er ließ sie vom Kölner Bildhauer Josef Pallenberg anfertigen und verstand die Anlage als Ergänzung zu den lebenden Tieren im Park. Nach Angaben Hagenbecks glaubte der Tierparkgründer sogar an die Möglichkeit, dass Dinosaurier noch existieren könnten. 1909 finanzierte er deshalb eine Afrika-Expedition, die Berichte über ein brontosaurusähnliches Wesen untersuchen sollte.juve