Wer kann ihn bremsen? Die Formel 1 wähnt Kimi Antonelli auf dem besten Weg zum jüngsten Weltmeister ihrer Geschichte. Schon wieder gewonnen, am Sonntag den Großen Preis von Belgien. Trotz ein paar Problemen souverän. Und so schaltet die Branche gerne schnell hinauf, treibt die Drehzahlen kreischend ans Limit ohne Rücksicht auf all das, was einen Teenager noch aus der Bahn werfen kann.Schließlich liegt allenfalls die Hälfte der Saison hinter dem Mercedes-Piloten. Und doch spricht die Halbzeitbilanz – sollten die letzten beiden Grands Prix in Qatar und Abu Dhabi den Kriegswirren zum Opfer fallen – für eine Sternfahrt: zehn Rennen, sechs Siege, 45 Punkte Vorsprung – vor dem Rekordpiloten Lewis Hamilton im Ferrari.Ohne Fehler unter DruckHinge das Glück des Neunzehnjährigen aus Bologna im Cockpit allein von seinem Geschick ab, dann erlebte die Formel 1 spätestens im Dezember die Krönung des jüngsten Weltmeisters ihrer Geschichte. Auf dem Ardennenkurs führte der Frühreife vor, wie gelassen er Rückschläge im Grand-Prix-Stress wegsteckt, Serien-Weltmeister wie Max Verstappen im Red Bull oder den hochgeschätzten Charles Leclerc (Ferrari) nach einem Führungsverlust geduldig und doch fix wieder einfängt, hinter sich lässt.Als die Formel-1-Welt während der letzten Runden gebannt auf die Jagd im Hohen Venn schaute, Leclerc, so dicht hinter Antonelli, im Angriffsmodus wähnte, zeichnete sich das Bild eines Champions in spe ab. Denn den kleinen Fehler, auf den alle warteten in dieser Druck-Phase, leistete sich Leclerc.Bruchlinien lassen andere erkennen. Als relevanteste Referenz, weil im selben Auto unterwegs, vor allen anderen Antonellis Teamkollege George Russell. Am Sonntag schob zwar Hamilton den am Vollkontakt unschuldigen Engländer im Trubel kurz nach dem Start von der Piste. Aber so einer gefährlichen Gemengelage hatte sich Antonelli schon am Samstag entzogen mit seinem Tempo: als Mann auf der Pole Position.Dessen Entwicklung ist nicht so überraschend. Das Tempo des Reifeprozesses als Basis für Kontinuität auf höchstem Niveau schon. Just vor einem Jahr erlebte Antonelli seinen „Tiefpunkt“, wie er sagte, beim Rennen in Belgien: ausgeschieden in der ersten Qualifikationsrunde für den Sprint. Ausgeschieden in der ersten Qualifikationsrunde für den Grand Prix tags darauf. 16. von 20 im Rennen. Ein Desaster.Hält Antonelli seinen Speed bei der Beseitigung menschlicher Schwächen, bei der Vermeidung von Schwankungen, wie sie junge Fahrer wie selbstverständlich heimsuchen, dann wird ihn nur einer aufhalten: der Teufel im Detail der komplexen Maschine. Die Pannenquote von Mercedes im Training und im Rennen ist zu hoch.
Kimi Antonelli: Jüngster Formel-1-Weltmeister in spe
Kimi Antonelli fährt in Spa allen davon. Er ist 19 Jahre alt – und wirkt reif für den Titel. Gefahr droht ihm vor allem von seinem Arbeitgeber.












