Nach dem Sturz eines Mitarbeiters des DB-Sicherheitsdienstes aus einem Regionalzug in Baden-Württemberg am Freitagabend in der Nähe von Ettlingen soll nun ein Gutachter klären, wie es zur fehlerhaften Öffnung der Zugtüren kommen konnte. Der 26 Jahre alte Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes war von einem aggressiven Fahrgast angegriffen worden und dann aus dem Zug gefallen. Er wird weiterhin in einer Klinik behandelt, ist aber außer Lebensgefahr. Das teilten die Ermittlungsbehörden am Montag mit.Den Ablauf des Vorfalls schildern Polizei und Staatsanwaltschaft mittlerweile folgendermaßen: Ein 36 Jahre alter Deutscher wurde in dem Regionalzug 15917 auf der Fahrt nach Karlsruhe nach einem gültigen Fahrausweis gefragt. Diesen konnte der offenbar alkoholisierte Fahrgast nicht vorzeigen. Auch soll er sich geweigert haben, seine Personalien anzugeben. Der Schaffner holte deshalb zwei Mitarbeiter der DB-Sicherheit zur Hilfe, was am Verhalten des offenbar uneinsichtigen Fahrgastes nichts änderte.Lag ein technischer Defekt vor?Der Beschuldigte soll dann auf einen Sicherheitsmitarbeiter eingeschlagen haben, es kam zu einer heftigen körperlichen Auseinandersetzung. Einzelne Personen sollen gegen die Türen geschleudert worden sein, die sich dadurch einen Spalt geöffnet hätten. „Durch einen Tritt verlor der 26-Jährige nach derzeitigen Erkenntnissen wohl das Gleichgewicht und stürzte mit erheblicher Wucht gegen den unteren Bereich der zuvor beschädigten Zugtür“, heißt es in dem Polizeibericht. Etwa 800 Meter vor dem Bahnhof Ettlingen-Bruchhausen sei der Sicherheitsmitarbeiter aus dem fahrenden Zug gestürzt, der etwa 120 Stundenkilometer schnell gewesen sein soll.Unklar ist, ob eventuell ein technischer Defekt an der Tür vorlag. Das soll nun ein technischer Sachverständiger klären. Beauftragt wurde dieser von der Kriminalpolizei Karlsruhe und der dort ansässigen Inspektion der Bundespolizei, die für den Schutz von Bahnanlagen zuständig ist. Bei dem Zug handelt es sich um einen Triebwagen vom Typ Coradia Continental des Herstellers Alstom.Der mutmaßliche Täter wurde nach dem Vorfall vorläufig festgenommen, er befindet sich aber derzeit nicht in Untersuchungshaft. Nach Auffassung des Haftrichters lag kein dringender Tatverdacht vor, es habe keine Fluchtgefahr bestanden. Der Beschuldigte sei familiär gebunden und habe einen festen Wohnsitz, der Tatablauf sei noch nicht hinreichend rekonstruiert.
Karlsruhe: Wie konnte der DB-Mitarbeiter aus dem Regionalzug stürzen?
Warum stürzte ein DB-Sicherheitsmitarbeiter aus einem fahrenden Regionalzug? Gegen einen 36 Jahre alten Fahrgast wird ermittelt – aber die Umstände des Vorfalls bleiben rätselhaft.










