Die Verdienste von gering qualifizierten Arbeitnehmern steigen in Deutschland deutlich stärker als die Verdienste von hoch qualifizierten Arbeitnehmern. Das zeigen aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Das mittlere Lohnniveau von Hilfsarbeitern hat sich demnach von 2018 bis 2025 um 33 Prozent erhöht. Das von Spezialisten und Experten hingegen nur um etwas mehr als 20 Prozent. Zu diesen Gruppen zählen Beschäftigte, die mindestens einen Bachelor-Hochschulabschluss oder einen beruflichen Weiterbildungsabschluss etwa als Meister haben.Ein wenig günstiger lief es für Fachkräfte mit der im Regelfall dreijährigen Berufsausbildung. Ihr mittlerer Lohn erhöhte sich in den sieben Jahren um 28 Prozent. Betrachtet werden hierbei jeweils Vollzeitbeschäftigte. Die Zahlen sind Teil der jährlichen großen Entgeltstatistik, deren neue Ausgabe die BA am Montag veröffentlicht hat. Sie ist insofern besonders valide, als sie sich unmittelbar auf die Sozialversicherungsdaten der Unternehmen stützt.Mittleres Vollzeitbrutto für Hilfskräfte erstmals über 3000 EuroDer mittlere Vollzeitbruttolohn von Hilfskräften hat 2025 erstmals die Schwelle von 3000 Euro überschritten, wie die Zahlen zeigen. Er stieg demnach von 2259 Euro im Jahr 2018 auf nun 3004 Euro. Das mittlere Vollzeitbrutto in der Gruppe der Spezialisten, der zweithöchsten Kategorie, stieg derweil von 4321 auf 5204 Euro. Das mittlere Lohnniveau, bezogen auf alle Arbeitnehmer, erhöhte sich von 3304 auf 4217 Euro (plus 27,6 Prozent).Starke Unterschiede in der Lohnentwicklung gibt es aber auch zwischen Branchen und Berufen. Im Branchenvergleich weisen die neuen Daten den stärksten Anstieg für die Zeitarbeitsbranche aus. Dort erhöhte sich der mittlere Vollzeitbruttolohn seit 2018 um 41,5 Prozent, von 1854 auf 2623 Euro im Monat. Es liegt zum Teil daran, dass überproportional viele Hilfskräfte als Zeitarbeiter tätig sind. Allerdings übertraf der Anstieg für Zeitarbeiter auch den für die Gesamtgruppe der Hilfskräfte.Eine Pflegefachkraft in Vollzeit kommt inzwischen auf 4438 EuroEbenso stechen die Löhne für Beschäftigte in Pflegeheimen und im Sozialwesen mit einem Plus von 39,6 Prozent seit 2018 heraus. Betrachtet man nur die Berufsgruppe der Altenpflegefachkräfte, sieht es sogar so aus: Ihr mittleres Vollzeitentgelt hat sich seit 2018 von 2877 Euro auf 4438 Euro erhöht. Das ist ein Anstieg um 54 Prozent. Er wurde in den vergangenen Jahren durch eine Reihe politischer Eingriffe forciert – was nun aber die finanziellen Nöte der Pflegekassen verschärft.Der Präsident des Pflege-Arbeitgeberverbands BPA, Rainer Brüderle, nannte diesen Gehaltssprung am Montag „eindrucksvoll“. Zugleich warnte er die Regierung davor, mit ihrer Pflegereform die Vergütungen für Heime so zu begrenzen, dass sie Lohnsteigerungen nicht mehr im bisherigen Umfang refinanzieren könnten.Ähnliche Lohnschübe wie in der Zeitarbeit und in Pflegeheimen weist die BA zudem für das Gastgewerbe sowie für die Land- und Forstwirtschaft aus; auch dort stieg das mittlere Lohnniveau seit 2018 um rund 40 Prozent. Ganz am anderen Ende der Skala steht indes die Industrie. In den Branchen Metall und Elektro sowie Stahl stiegen die mittleren Vollzeitentgelte von 4231 Euro im Jahr 2018 auf zuletzt 4891 Euro. Das ist nur ein Plus von 18,4 Prozent.
Löhne in der Pflege steigen stärker als in der Industrie
Die Verdienste von Hochqualifizierten und Industriebeschäftigten steigen nur noch langsam. Ganz anders sieht es etwa für Pflegekräfte aus, zeigen jüngste Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.











