Im Gesundheitswesen wird stark gekürzt. Dadurch stünden alle Errungenschaften in der Pflege auf dem Spiel, berichtet Intensivpflegerin Schaffernicht.
Ein heftiger Regenschauer ist gerade über Berlin gezogen, entfernt sind Sirenen eines Einsatzfahrzeuges zu hören, als ein junger Pfleger die Bühne betritt. Er berichtet von Strapazen in der Notaufnahme, 110 Patient*innen am Abend. Versorgen, fixieren, reanimieren – das volle Programm. „Wir kümmern uns um alle“, sagt er. Egal ob geflüchtet oder obdachlos, egal ob mit oder ohne Krankenversicherung, alle eben. Er bekommt große Zustimmung auf dieser Kundgebung Anfang Juli, zu der Beschäftigte der Charité und die Gewerkschaft Verdi aufgerufen haben, um gegen die Kürzungen im Gesundheitswesen zu protestieren.
Viele von denen, die gekommen sind, sind Pflegekräfte, auch Renate Schaffernicht. „Es steht gerade alles auf dem Spiel, wofür wir so lange gekämpft haben“, sagt die Intensivfachpflegerin und überzeugte Gewerkschafterin. An diesem Tag trägt die 62-Jährige keine blaue Klinikkleidung, sondern eine gelbe Weste über einem schwarzen T-Shirt mit dem Schriftzug „Rebell“. Mit drei Kolleg*innen hält sie ein Banner hoch. „Krankenkassen-Spargesetz stoppen!“, steht darauf.







