Überall sind Projekte, nichts geht mehr im normalen laufenden Betrieb. Das ist alles andere als sinnvoll. Es braucht Geld für langfristige Arbeit.
Waren Sie auch schon mal Teil eines solchen Energieverschwendungsprojekts?
Ole Spata/plainpicture
W enn ich den Begriff Projekt höre, überfällt mich je nach Tagesform eine depressive Verstimmung, eine Fristenpanik oder eine inhaltliche Ermüdung. Ich kann es nicht mehr hören. Alle haben Projekte, überall sind Projekte, nichts geht mehr im normalen laufenden Betrieb. Auch wenn manches davon nervige Rhetorik ist (oder ist ein Kind wirklich ein Projekt?), gibt es eine real existierende strukturelle Projektifizierung. Alles, was Projekt ist, hat ein Ende! Aber passiert vor dem Ende etwas Sinnvolles?!
Nehmen wir ein fast aktuelles Beispiel, bei dem mein Projekthass überraschend hochkam. Die Kritik an den Veränderungen, die Bildungsministerin Karin Prien am Programm „Demokratie leben!“ vorgenommen hat, ist berechtigt, denn Zusagen müssen eingehalten werden. Aber völlig unabhängig von der inhaltlichen Argumentation habe ich innerlich auch eine ganz andere Reaktion: Ja, endlich weg mit all den Projekten! Bezahlen Sie gefälligst endlich die Organisationen langfristig für ihre Arbeit! Projekte werden uns keine stabile Zivilgesellschaft bescheren. Schon mal gar nicht zu einem Zeitpunkt, an dem alle meinen, jetzt müsste man aber mal was machen. Ein Projekt!







