Aus dem Jugendwohnheim der Caritas in der Zieblandstraße wird von Herbst an ein reines Studierendenheim. Zu den rund 120 Bewohnern zählten bislang neben Angestellten der Caritas auch Auszubildende und Praktikanten. Sie müssen das Wohnheim bis Ende September verlassen. „Für uns ist der Fokus auf Studierende einfacher“, sagte Bernhard Michalowski in der öffentlichen Sitzung des Bezirksausschuss (BA) Maxvorstadt am Dienstag. Er gehört zu den Käufern des Wohnheims, die den Betrieb von Oktober an übernehmen. Der Caritasverband der Erzdiözese München und Freising hatte es zu Beginn des Jahres für 12,5 Millionen Euro an eine fünfköpfige Kommanditgesellschaft verkauft.Die Studierendenheim Ziebland GmbH & Co KG soll das Wohnheim im Sinne der Caritas weiterführen, sagte Denise Wiedemann, Mitglied der Geschäftsleitung der Caritas München, im BA. Darum habe sich der Verkaufsprozess auch über längere Zeit gezogen, der Käufer sollte sich der sozialen Bedeutung des Jugendwohnheims mit der markanten gelben Fassade und dem Abbild des heiligen Franziskus bewusst sein.Dass das der Fall sei, beteuert Bernhard Michalowski. Für ihn sei die Übernahme des Wohnheims ein „Altersprojekt“, sagt der 66-Jährige. Es gehe nicht um eine Luxussanierung oder eine Umwidmung des Objekts. „Wir wollen das Studierendenheim mit dem nötigen Respekt vor Bewohnern und Stadtgesellschaft betreiben.“ Die Caritas will laut Wiedemann niemanden auf die Straße setzen und bietet den Bewohnern, die das Haus verlassen müssen, Plätze in anderen Wohnheimen der Caritas an.Allerdings müssen sich auch die verbleibenden im Haus lebenden Studierenden langfristig auf Veränderungen einstellen. Derzeit kosten die Zimmer zwischen 480 und 600 Euro. Auf Anfrage der SZ teilt die Caritas mit, dass bestehende Verträge „zu den bekannten Konditionen fortgeführt und dann vom Käufer so übernommen“ werden. Laut Michalowski könne die Kommanditgesellschaft aber nicht mit den günstigen Mieten der Caritas mithalten. Bei neuen Verträgen werde die Miete noch unter 800 Euro liegen, sagt Michalowski der SZ. Ein Preis, der für ein WG-Zimmer in München durchaus üblich ist. Sollten es in Zukunft eher 1000 Euro sein, die Studierende im Schnitt für ihr Zimmer bezahlen, dann werde man diesen Schwung aber mitmachen.Die Zimmer des Wohnheims in der Zieblandstraße sind neun bis zwölf Quadratmeter groß. Dazu gehört ein eigenes Waschbecken, es gibt Gemeinschaftsbäder und -küchen. An der Raumaufteilung selbst werde sich zwar nicht viel ändern, Michalowski rechnet allerdings damit, dass die Sanitäranlagen saniert werden müssen, gleiches gilt für die Fassade. Dazu müssen sich die neuen Betreiber mit dem Denkmalschutz abstimmen, deswegen werde die Erneuerung der Fassade zunächst geschoben.Tatsächlich liegen dem Planungsreferat der Stadt derzeit auch noch keine Bauanträge für die Zieblandstraße 35 vor. Die Investitionen der Käufer seien zum aktuellen Zeitpunkt überschaubar, sagt Michalowski, es gehe um einen möglichst reibungslosen Übergang des Betriebs ab Oktober. Danach wolle man das Studierendenheim, das den Namen „Das Ziebland“ tragen soll, mit Rendite betreiben.„Wir hätten uns gewünscht, dass das Wohnheim in den Händen der Caritas bleibt“, sagt Svenja Jarchow (Grüne), Vorsitzende des BA Maxvorstadt zum Plan der Kommanditgesellschaft. Auch sei es der Wunsch des BA gewesen, ein gemischtes Haus aus Studierenden und Azubis zu erhalten. „Das Hochpreissegment tut unserem Viertel nicht gut“, sagte Jarchow und verwies darauf, dass auch beim studentischen Wohnen viel Geld zu holen sei.Tatsächlich boomt der Markt für private Wohnheime in München seit einigen Jahren, dort sind Mieten jenseits der 1000 Euro keine Seltenheit. Dazu kommt die Möglichkeit, Verträge befristet zu vergeben und die Miete anschließend wieder erhöhen zu können.