Im Minutentakt feuert Russland in der Nacht Raketen auf Kyjiw. Die Ukraine meldet zunehmend effektive Drohnenangriffe gegen Russlands Schattenflotte.

Morgen-Grauen: Eine Straße in Kyjiw, Sonntag früh nach der Angriffsnacht

„Nach den ersten Explosionen zählt man die Sekunden nicht mehr. Dann kommt der nächste Einschlag. Und der nächste. Dein Telefon füllt sich mit Warnmeldungen. Die Menschen hören auf, zu reden. Sie lauschen einfach und warten, ob die nächste Rakete näher kommt.“ Aus erster Hand schildert Katerina Mathernova, die EU-Botschafterin in Kyjiw, auf X am Sonntagmorgen die neueste Angriffsnacht in der ukrainischen Hauptstadt. 40 ballistische Raketen in 40 Minuten zählt sie; andere Quellen sprechen von 53 Minuten.

Es war – da sind sich viele Beobachter einig – die intensivste Angriffsnacht auf Kyjiw seit Beginn des großangelegten russischen Angriffskrieges im Februar 2022. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem „der massivsten ballistischen Angriffe auf Kyjiw“. Demnach gab es einen Toten und 16 Verletzte. Außenminister Andrij Sybiha sprach auf X von „brutalem Terror“; Russland habe die bisher größte Zahl an ballistischen Raketen seit Kriegsbeginn gegen Kyjiw eingesetzt.