Auf der Gotthardautobahn kommt es zum ersten Stau-HöhepunktAm Wochenende hat es die bisher grösste Ferienreisewelle in den Süden gegeben. Vor dem Nordportal des Autobahntunnels stauten sich die Fahrzeuge am Samstag bis zu 20 Kilometern. Zu noch längeren Kolonnen könnte es in zwei Wochen kommen.Peter Jankovsky, Bellinzona19.07.2026, 16.45 Uhr3 LeseminutenNichts geht mehr in Richtung Süden: Ein typisches Bild vor dem Gotthard.Urs Flüeler / KeystoneIn der Schweiz herrscht Sommerferienzeit, ebenso in einer Reihe von deutschen Bundesländern. Am Freitag begannen zudem im dichtbesiedelten Nordrhein-Westfalen die Schulferien – also kommt es gerne dann zu besonders viel Reiseverkehr in Richtung Süden.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Das hat sich an diesem Wochenende bestätigt: Die Autokolonne auf der A2 vor dem Nordportal des Gotthardtunnels erreichte bereits am Samstagmorgen um acht Uhr eine Länge von 20 Kilometern, wie der Touring Club Schweiz vermeldete. Zwischen Altdorf und Göschenen kam der Verkehr über weite Strecken nur im Schritttempo voran. Die Wartezeit betrug rund drei Stunden und zwanzig Minuten. Eine vergleichbare Situation habe es zuletzt 2022 gegeben, zitierte Ticinonews die nationale Verkehrsinformationszentrale Viasuisse.Am Samstagnachmittag verkürzte sich die Kolonne auf 18 Kilometer, die Wartezeit betrug rund drei Stunden. Am Abend kam eine merkliche Entlastung auf 5 Kilometer mit 50 Minuten Wartezeit. Jedoch verschärfte sich die Lage am Sonntag wieder: Am Nachmittag standen die Fahrzeuge vor dem Nordportal zwischen Erstfeld und Göschenen auf rund 14 Kilometern, was einer Wartezeit von etwas mehr als zwei Stunden entsprach. In der Gegenrichtung bei Airolo war die Kolonne mit rund drei Kilometern massiv kürzer. Zusätzlich erschwerte eine Baustelle mit Fahrbahnverengung in beiden Richtungen den Verkehr.Die Urner protestierenDen Ausweichverkehr auf der Kantonsstrasse in Uri behinderte wiederum die Lokalbevölkerung. Am Samstagvormittag protestierten rund 60 Anwohner in Amsteg gegen die zunehmende Belastung der Urner Dörfer durch den Ferienverkehr, wie die «Urner Zeitung» sowie das Radio und Fernsehen der italienischen Schweiz (RSI) berichteten. Die Anwohner kritisierten, dass Navigationssysteme Fahrzeuge bei Staus über Kantons- und Gemeindestrassen leiteten. Besonders betroffen seien Erstfeld, Silenen, Amsteg, Wassen und Göschenen. Lärm, Abgase und Behinderungen des lokalen Verkehrs würden während der Ferienzeit zu einem wiederkehrenden Problem. Deshalb forderten die demonstrierenden Anwohner wirkungsvolle Massnahmen gegen den Schleichverkehr, etwa temporäre Durchfahrtsbeschränkungen.Der starke Ferienverkehr Richtung Süden hatte bereits am Freitag eingesetzt. Vor dem Gotthard-Nordportal wuchs die Kolonne am Nachmittag auf rund elf Kilometer, die Wartezeit betrug eineinhalb Stunden. Gleichzeitig staute sich der Verkehr vor Airolo auf rund vier Kilometern. Grössere hitzebedingte Notfälle wurden nicht bekannt.Pannendienste mussten jedoch zusätzliche Einsätze wegen technischer Probleme bewältigen. Am Sonntag sorgten etwas tiefere Temperaturen für eine gewisse Entlastung. Die langen Wartezeiten führten zu mehr Verkehr auf den Alternativrouten, besonders auf der A13 über den San Bernardino. Dort kam es gestern zu Verzögerungen von etwa 50 Minuten zwischen Chur und Rothenbrunnen in Richtung San Bernardino. Auch Simplon und Lötschberg–Simplon wurden stärker genutzt. In Brig mussten laut RSI gestern Reisende für die Simplon-Autoverladezüge mit einer Wartezeit von etwa einer Stunde rechnen.Die kritischsten Reisetage stehen noch bevorDie starke Belastung der Gotthard-Autobahn an diesem Wochenende ist durch die Überlagerung mehrerer Ferienwellen entstanden. Der bevölkerungsreiche Kanton Zürich befindet sich seit Mitte Juli in den Sommerferien, zahlreiche weitere Kantone starteten bereits Anfang Juli in die grosse Pause. Auch in Deutschland haben mehrere Bundesländer Ferien, darunter Niedersachsen, Hessen und Berlin. Bereits eine Woche zuvor verzeichnete der Gotthard starke Verkehrsspitzen mit Kolonnen von rund zehn bis zwölf Kilometern, blieb aber deutlich unter den Werten dieses Wochenendes.Der Höhepunkt des Sommerverkehrs dürfte aber noch bevorstehen. Nach den Erfahrungen der Verkehrsinformationsstellen gehören die kommenden zwei Wochenenden zu den kritischsten Reisetagen. Zusätzlichen Druck erzeugen nämlich die Ferienstarts in Baden-Württemberg und Bayern: Diese beiden grossen Bundesländer stellen traditionell einen bedeutenden Anteil des Ferienverkehrs in Richtung Italien. Hinzu kommen Reisende aus den Niederlanden, Belgien und weiteren nordeuropäischen Ländern. Die grösste Reisewelle wird deshalb Ende Juli und Anfang August erwartet.
Stau-Chaos am Gotthard: Fahrzeuge stauen sich bis zu 20 Kilometer
Am Wochenende hat es die bisher grösste Ferienreisewelle in den Süden gegeben. Vor dem Nordportal des Autobahntunnels stauten sich die Fahrzeuge am Samstag bis zu 20 Kilometern. Zu noch längeren Kolonnen könnte es in zwei Wochen kommen.










