Mehr als jede dritte Kommune in Nordrhein-Westfalen (NRW) hat die Grundsteuer für das laufende Jahr erhöht. Das hat eine Auswertung des Bundes der Steuerzahler ergeben. In dem bevölkerungsreichsten Bundesland (knapp 18 Millionen Einwohner) gibt es insgesamt 396 politisch selbstständige Städte und Gemeinden.
140 dieser Kommunen haben den sogenannten Hebesatz bei der Grundsteuer von 2025 auf 2026 angehoben. Darunter sind den Angaben zufolge Köln, Mülheim an der Ruhr, Hagen und Neuss. Besonders stark seien die Hebesätze in Vettweiß (um 377 Punkte), Dinslaken (350 Punkte) und Bergkamen (325 Punkte) gestiegen. Das sind laut Bund der Steuerzahler Steigerungsraten von teilweise mehr als 50 Prozent. Der Hebesatz ist ein von jeder Gemeinde selbst festgelegter Prozentsatz, mit dem der vom Finanzamt ermittelte Grundsteuermessbetrag multipliziert wird und der so die tatsächliche Höhe der Grundsteuer bestimmt.
Die Grundsteuer betrifft nicht nur die Immobilieneigentümer. Bei vermieteten Objekten wird sie in der Regel auf die Mieter umgelegt. Diese bekommen die Erhöhung der Grundsteuer dann mit der Nebenkostenabrechnung zu spüren. Die Abrechnung für das jeweilige Jahr erhalten Mieter meist im Folgejahr.»Die kommunale Finanzkrise ist real, und die Menschen vor Ort bekommen das zu spüren«, sagt der Vorsitzende des Bundes der Steuerzahler NRW, Rik Steinheuer, zu den Erhöhungen der Grundsteuer. »Die Tendenz, dass dieser staatlich beeinflusste Teil der Miete besonders stark steigt, verfestigt sich.« Weitere Erhöhungen seien in den kommenden Jahren zu befürchten.











